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Kunstmesse „P/ART“ im ehemaligen Kraftwerk

Produzentenkunstmesse "P/ART" findet im ehemaligen Kraftwerk Bille in Hammerbrook statt.

Hamburg. Vom 24. bis 27. September 2015 öffnet die dritte Hamburger Produzentenkunstmesse P/ART in Hamburg ihre Tore. Dieses Mal findet die Messe im ehemaligen Kraftwerk Bille in Hammerbrook statt.

P/ART steht für „Producers Artfair“. Die Mehrfachbedeutung des Wortes „fair“ ist dabei ein ebenso schöner wie sinnstiftender Zufall. Denn es geht hier nicht um Verkauf wie auf einer konventionellen Messe mit ihren Galerie-Repräsentanzen und ihrem Streben nach Gewinnmaximierung. Die P/ART will eben nicht um jeden Preis verkaufen. Die Organisatoren dieser Messe wollen konsequent Haltung zeigen, Denkanstöße geben, bleibende Werte vermitteln und Beziehungen stiften. Das auf Selbstbestimmtheit ausgerichtete Konzept der P/ART, basierend auf dem Prinzip der Produzentengalerie, bringt Künstler und Kunstinteressierte viel unmittelbarer in Kontakt als andere Messen. Hier zählen Inhalte und Charakter. Der direkte Dialog, das gemeinsame Nachdenken über die Bedeutung und die Definition des Wesens und des Werts, den relevante Kunst in unserer Gesellschaft verdient.

Zum P/ART-Konzept gehören Vorgaben, die marktunüblich sind, aber Sinn machen, um neue Zielgruppen zu erschließen, Schwellenängste abzubauen und finanzielle Einstiegshürden beim Umgang mit aktueller Kunst zu senken: Mindestens zwei Arbeiten je Aussteller sollen günstiger als 1.000 Euro sein. Außerdem beträgt die Provision, die an die Veranstalter zurückgeht, lediglich 25 Prozent anstelle der marktüblichen 50 Prozent.

Die P/ART-Philosophie setzt mit ihren Künstlergesprächen und Diskussionsrunden auf den Austausch von Argumenten. Bei dieser Messe soll der kritische Diskurs auf Praxis treffen, denn die Kunstproduzenten und ihre Kunst, die hier im Mittelpunkt steht, stehen ja ebenfalls mitten im Leben. Gezeigt, inszeniert und diskutiert werden die Ergebnisse ihrer Kreativität in einer Messe-Architektur, die nicht Schaufenster sein will, sondern Spielwiese, Gedankenatelier und Forum zugleich.

PART Kristin Dierbach, Lena Theis, Jana Federov, Anna Seckler, (vorne im Bild v.l.n.r.), Justus Duhnkrack, Tim Geißler, Johannes Boscher, Robin Höke (zweite Reihe, v.l.n.r.)

PART Kristin Dierbach, Lena Theis, Jana Federov, Anna Seckler, (vorne im Bild v.l.n.r.), Justus Duhnkrack, Tim Geißler, Johannes Boscher, Robin Höke (zweite Reihe, v.l.n.r.)

Alle Künstler, die Teil des Programms der P/ART 2015 werden wollten, mussten mit der Qualität ihrer Arbeit vor einer Fachjury bestehen. Für die Online-Bewerbung waren fünf Arbeiten und ein Lebenslauf notwendig, erstmals konnten sich auch nicht kommerzielle Institutionen (Kunstvereine, Produzentengalerien, Künstlerhäuser) bewerben. Erster Schritt war eine Vorauswahl von maximal 200 Positionen aus über 600 eingereichten Arbeiten. Aus dieser Gruppe wählte die 6-köpfige Jury aus Kunstschaffenden, Theoretikern und Kuratoren die vorher nicht festgelegte Anzahl von etwas über 60 teilnehmenden Künstler aus.

Im Herbst 2013 fand die P/ART-Premiere in einer stillgelegten Industriehalle auf dem Kolbenhof-Gelände in Bahrenfeld statt und war mit rund 3.500 Besuchern ein erster Erfolg, der dem P/ART-Team – einem Kollektiv junger Kulturschaffender – Mut und Lust auf mehr machte. Damals waren 70 Künstlerinnen und Künstler auf 2.500 Quadratmeter präsent, ergänzt um ein Rahmenprogramm aus Performances, Führungen und Diskussionen.

2014 verwandelten die Organisatoren die Phönix-Hallen in Harburg in den zweiten P/ART-Standort und lockten rund 4000 Menschen an. Dort, in direkter Nachbarschaft zur Sammlung Falkenberg, waren es bereits 81 Künstlerinnen und Künstler aus 15 Ländern auf 4000 Quadratmetern. Im Vergleich zum Vorjahr hatten sich die Verkaufszahlen etwa verdoppelt.

Im Herbst 2015 werden neue Partner und Ideen das Programm mit eigenen Ausstellungen im Rahmen des Messekonzepts erweitern. Dazu kommen Veranstaltungen im Vorfeld, die mit Räumen und Institutionen der Hansestadt umgesetzt werden. Erstmals findet auch eine Kooperation mit dem Reeperbahn Festival statt um Schnittstellen zwischen Bildender Kunst und Musik zu hinterfragen. Erwartet werden rund 5.000 Messegäste. Langfristig ist nach der Stärkung des Kunst- und Kulturstandorts Hamburg auch an eine Ausweitung des P/ART-Prinzips auf andere Kulturmetropolen wie Berlin gedacht.

Weitere Informationen unter www.producersartfair.com.

P/ART PRODUCERS ARTFAIR
24. – 27. September 2015
Eintritt: 10,– Euro (erm. 8,- / freier Eintritt für Kinder unter 14 Jahren)

Ehemaliges Kraftwerk Bille
Anton-Ree-Weg 50
Bus 160, Station Grüne Brücke
Metrobus 25, Station Ausschläger Weg
S 3 Richtung Neugraben, Station Hammerbrook

Über Anna-Lena Walter

Anna-Lena Walter