1. März 2016
Magazin

Zurück zu den Wurzeln

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IMMOBILIEN 

IMMOBILIENKAUF
Zurück zu den Wurzeln

GRAFIK: LBS
GRAFIK: LBS
Wenn man jung ist, dann lockt die weite Welt. Sei es zum Beispiel mit einem Praktikum im Ausland oder dem Studium in der fernen Großstadt. Viele junge Menschen können es kaum erwarten, von zu Hause auszuziehen und sich endlich von den Eltern unabhängig zu machen. Doch wenn sie schließlich sesshaft werden, eine eigene Familie gründen und eine Immobilie kaufen möchten, dann zieht es ein Drittel der Immobilienbesitzer wieder zurück in die Nähe des Elternhauses. Das zeigen die Ergebnisse des LBS-Hausbesitzertrends 2015, einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Landesbausparkassen. Demnach geben 34 Prozent der befragten Immobilienbesitzer an, dass ihnen die Nähe zum Haus eines Verwandten oder der Eltern beim Hauskauf sehr wichtig ist. Darüber hinaus sind eine gute Infrastruktur (85 Prozent) mit Schulen, Kindergärten, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Verkehrsanbindung (73 Prozent) sowie eine zentrale Lage (60 Prozent) für die meisten Käufer die entscheidenden Kriterien bei der Wahl des Eigenheims. Für 75 Prozent der Befragten ist außerdem die Art der Nachbarschaft von hoher Bedeutung. In einer Umgebung, in der soziale Kontakte gepflegt werden, fühlen sich die meisten Immobilienbesitzer wohler. Darum halten sie auch gerne mal ein Schwätzchen mit dem Nachbarn (89 Prozent) und nehmen Pakete für ihn an (93 Prozent). Sieben von zehn der Befragten haben sich auch schon privat mit ihrem Nachbarn getroffen.

SENATSANKÜNDIGUNG
Ausbildungsstellen des Technischen Dienstes verdoppelt

Der Senat verkündete Anfang Februar, dass die Zahl der Ausbildungsstellen des Technischen Dienstes der Stadt verdoppelt werden sollen. Dazu Dirk Kienscherf, Fachsprecher Stadtentwicklung der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Es ist gut, dass die Stadt mittlelfristig durch mehr eigenen Nachwuchs den Technischen Dienst stärkt. Genauso wichtig ist es aber auch, den Bereichen Bauprüfung und Stadtplanung kurzfristig mehr Personal zur Verfügung zu stellen.“

In Ergänzung dazu bringen die Regierungsfraktionen bereits zur nächsten Bürgerschaftssitzung einen Antrag für eine Einstellungsoffensive zur nachhaltigen personellen Stärkung der Bereiche Bauprüfung und Stadtplanung ein.

PREISE
Frühjahrsgutachten: Die Preisspirale dreht sich weiter

Nach einem Rekordjahr 2015 spricht laut Frühjahrsgutachten des Rats der Immobilienweisen alles für eine Fortsetzung des Immobilienhypes in Deutschland – mit besorgniserregenden Konsequenzen: So stellen die Gutachter eine anhaltende Entkopplung von den Miet- und Investmentmärkten fest. Die Gefahr von Preisübertreibungen nehme weiter zu, vor allem bei Wohnimmobilien.

Quelle: Immobilien Zeitung

VERSICHERUNG
Gebäudeversicherung bei Schäden durch Sturm und Hagel

Welche Versicherungen kommen für welche Wetterschäden auf? Eine Wohngebäudeversicherung zahlt Kosten für Schäden durch Blitzschlag, Feuer, Sturm und Hagel. Dazu gehören auch gegebenenfalls Abbruch des Gebäudes, Aufräumarbeiten und Sicherung des Grundstücks. Verursachen die eigenen Dachziegel auf dem Nachbargrundstück Schäden, so muss dafür dessen Wohngebäudeversicherung aufkommen. Für Schäden an Möbeln oder Elektrogeräten – durch eindringendes Wasser beispielsweise – ist die Hausratsversicherung zuständig. Beschädigen Dachziegel ein Auto, so übernimmt den Schaden in der Regel die Kfz-Versicherung. Die private Haftpflichtversicherung zahlt für entstandene Personenschäden durch Wetterschäden. Ist jedoch ein Mitglied der eigenen Haftpflichtversicherung verletzt, so greift die private Unfallversicherung, da es sich um einen Eigenschaden handelt. Wird die Immobilie vermietet, ist zudem der Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sinnvoll, um im Schadensfall nicht auf Kosten sitzen zu bleiben. Weitere Informationen unter

www.drklein.de/gebaeudeversicherung.html

KOLUMNE
Politik puscht Nachfrage

Conrad Meissler
Conrad Meissler
Die Mietpreisbremse, das sagt das angesehene Analyseinstitut empirica, bringt nichts, beziehungsweise sorgt sogar noch für einen gegenteiligen Effekt. Die Politik hatte dieses Instrument erst Mitte 2015 eingeführt, um in angespannten Wohnungsmärkten, wie insbesondere die Hansestadt, die Mietentwicklung nach oben einzudämmen. Nun zeigt sich, dass viele Vermieter möglichst umgehend Bestandsmieten möglichst umfangreich anpassen, nachdem sie ihre Mieter über viele Jahre vor höheren Mieten verschont haben. Denn die Bestandsmiete bildet die Basis zusammen mit dem Mietenspiegel, von der man bei einer Neuvermietung nur noch zehn Prozent höhere Mieten nehmen darf. Der Effekt im Bestand ist gravierend und wirkt sich auch auf die Grundlage der Aufstellung der Mietenspiegel aus. Die Politik muss daher befürchten, dass beim nächsten Mietspiegel 2017 noch einmal deutliche Erhöhungen kommen.

Deshalb arbeitet man in Berlin an einer weiteren Mietnovelle. Nun sollen in einem Mietspiegel die Mieten der letzten zehn Jahre und nicht mehr nur die der vergangenen vier Jahre erfasst werden. Für Hamburg hätte das den Effekt, dass jeweils in guten Wohnlagen im Mietspiegel die Bestandsmieten um 1,11 Euro/qm und die Neubaumieten um 0,93 Euro/qm niedriger ausfallen würden. Für die weitere Entwicklung der Wohnungsmärkte ist das ein böses Signal. Schon die Mietpreisbremse hat die Neigung der Investoren getroffen. Per Ende November 2015 ist die Zahl der Neubaugenehmigungen um 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9.425 Wohnungen gefallen. Dabei ist seit langem klar, dass es in Hamburg eng wird. Akut fehlen bereits 30.000 Wohnungen, um der Nachfrage Herr zu werden, und das ohne den Bedarf der zwischenzeitlich angekommenen rund 40.000 Flüchtlinge gerechnet. Vielen wird die Lage am Hamburger Wohnungsmarkt immer deutlicher und mag erklären, warum wir seit Jahresbeginn einen wahren Nachfrageboom erleben.

Conrad Meissler, Meissler & Co.

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