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Einblicke in die Heimat

KLÖNSCHNACK PRIVAT

Einblicke in die Heimat

Maren Hauenschild, Gästeführerin

In Hauenschilds Garten sind Kunstwerke aus Amerika und Portugal zu bewundern – neben herrlichen Blumen und Kräutern
In Hauenschilds Garten sind Kunstwerke aus Amerika und Portugal zu bewundern – neben herrlichen Blumen und Kräutern
Seit 20 Jahren führt Maren Hauenschild Gäste aus aller Welt durch Hamburg. Ihr Herz hängt besonders an der HafenCity und natürlich an ihrer Heimat Blankenese. Der KLÖNSCHNACK durfte sie zu Hause besuchen.  

Im Blankeneser Treppenviertel lebt das Ehepaar Hauenschild schon fast 50 Jahre. Beim Betreten des 1852 gebauten Kapitänshauses fällt direkt auf, dass die Hauenschilds Wert auf Authentizität legen. Im Hausflur hängt dekorativ ein Fischernetz an der Decke, im Wohnraum wartet ein alter Ofen auf Feuerholz und auf den Fensterbänken präsentieren sich hübsch arrangiert bunte Muscheln, die von weiten Reisen zeugen. „Wir sind schon überall gewesen“, berichtet Maren Hauenschild lächelnd.

Die 77-jährige Hamburgerin verblüfft mit ihrer Mehrsprachigkeit – sie spricht Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Ihr Vater war Brasilianer. Mit 19 Jahren reiste sie mit dem Schiff das erste Mal nach Brasilien und blieb direkt für ein Jahr. Nach ihrem Auslandsaufenthalt studierte sie Romanistik und Psychologie, arbeitete danach als Spanischlehrerin.

Als sie ihren Mann kennenlernte, zogen sie ins Treppenviertel. Hier wuchsen auch ihre drei Kinder auf. Im Jahr 1996 erlebte die Familie einen schweren Schicksalsschlag. Ihr jüngster Sohn erlag einem langjährigen Krebsleiden.

Danach verspürte Maren Hauenschild den Drang, etwas zu tun. Der Vielgereisten gefiel die Idee, Touristen einmal ihre Heimat nahezubringen – gern auf Portugiesisch. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Gästeführerin und arbeitet seither in diesem Beruf. „Anfangs machte ich Bustouren mit und schnackte ins Mikrofon, aber auch auf Barkassen und bei Stadtführungen brachte ich mich ein.“ Besonders hoch im Kurs standen dabei die Stadtteile HafenCity, St. Pauli und natürlich Blankenese. „Als Gästeführerin muss ich immer alles über die Stadt wissen, das hält den Geist jung.“

„Blankenese ist ein Paradies. Ich liebe es, wenn Besucher sich daran erfreuen“  
Besonders die Touren durch die HafenCity und über die Reeperbahn haben sie begeistert. „Einmal stand eine Gruppe junger Männer vor mir und schaute recht gelangweilt drein. Da sagte ich einfach: Ich weiß, ich bin zwar eine olle Puppe, aber warten Sie mal, bis ich auf das Thema Sadomaso zu sprechen komme.“ Das brach das Eis. Als Gästeführerin muss man geistig geschmeidig sein, Esprit ausstrahlen und körperlich fit sein.

Heute hat sie sich auf Blankenese spezialisiert. „Ich liebe diesen Stadtteil und freue mich über die vielen Besucher – denn ich lebe hier in einem Paradies, davon dürfen auch die Anderen etwas haben.“

Bei Führungen durch das Treppenviertel rät Hauenschild den Teilnehmern etwas hochnäsig zu flanieren – wegen der herrlichen Architektur. Da gibt es so viel zu entdecken. Am liebsten geht sie den Steilen Weg, hier ist der Blick auf das Viertel und die Elbe am schönsten. „Der Fluss gewährt einen Blick in die weite Welt“, das Fernweh ist bei Maren Hauenschild nie weit entfernt.

Autorin: anna-lena.walter(at)kloenschnack.de  

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