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Auf den Hund gekommen

PÄDAGOGIK

Auf den Hund gekommen

Stadtteilschule Blankenese 

Schüler aus Jahrgang 5 der Stadtteilschule Blankenese nehmen an der AG „So spricht der Hund“ teil 
Schüler aus Jahrgang 5 der Stadtteilschule Blankenese nehmen an der AG „So spricht der Hund“ teil 
Vierbeiner in der Schule? Das gibt es! Die Stadtteilschule Blankenese hat seit zwei Jahren die AG „Wie spricht der Hund“ im Angebot. Hier lernen die Schüler den richtigen Umgang mit den Tieren und noch viel mehr.

Die Labrador-Hündin Marli springt fröhlich über die Rücken einiger Fünftklässler der Stadtteilschule Blankenese. Heute verbringen die Kinder wieder eine Schulstunde mit dem liebenswerten Vierbeiner.

In der AG „Wie spricht der Hund“, initiiert von den Lehrerinnen Zita Brussock und Imke Thieme, lernen Fünft- und Sechstklässler den richtigen Umgang mit den Tieren, aber auch, was Verantwortung heißt.

Zita Brussock erklärt: „Alles begann mit einem Schüler, der beim Tag der offenen Tür nicht mitmachen wollte. Da kam mir die Idee, ihn zu fragen, ob er auf meinen Hund Polli aufpassen wolle. Er war begeistert!“ Daraus entwickelte sich die Idee für die neue AG. Heute steht Interaktion auf dem Plan. Auf dem roten Platz bauen die Schüler Hindernisse auf und stellen sich auch selber zur Verfügung. Eine Gruppe Schüler darf mit Marli den Parcours laufen. Jauchzend absolvieren die Kinder die Runde mit Hund. Auch Marli scheint Spaß daran zu haben.

Lehrerinnen Zita Brussock mit Polli und Imke Thieme mit Marli
Lehrerinnen Zita Brussock mit Polli und Imke Thieme mit Marli
Im Theorieteil zuvor haben die Kinder aus aktuellem Anlass – die Sonne scheint – gefragt, ob Marli schwitzt und wenn ja, wo? Während Thieme unterrichtet suchen die AG-Teilnehmer immer mal kurz die Nähe der Hündin. Aber immer mit Respekt vor dem Tier, kein Kind ist hektisch oder unruhig. Zwei Schüler übernehmen bereits von Anfang an Verantwortung für Marli und Polli: Sinje und Christopher. Sie waren unter den ersten AG-Teilnehmern vor zwei Jahren.

Die beiden offiziellen Hundesitter der Schule gehen in den Pausen Gassi, füttern und begleiten die Hunde auch mal in den Unterricht. Die beiden Schüler bilden auch jüngere Kinder im Umgang mit den Tieren aus. „Das sind unsere Azubis oder auch Kücken“, scherzt Christopher.

Er ist mit Herz und Seele Hundesitter: „Ich kann Marli und Polli alles erzählen – wie einem Tagebuch.“ Sinje nickt zustimmend und sagt: „Wegen der Hunde komme ich gern zur Schule. Sie trösten mich, wenn ich mal nicht so gute Laune habe.“ Die Kinder erfahren durch die Tiere Geborgenheit, Ruhe und Naturnähe.

Lehrerin Thieme schildert ihre Erfahrungen mit Marli im Unterricht. „Meine Klasse nimmt Rücksicht auf meine Assistentin. Sie sind leiser, weil sie wissen, dass Marli alles doppelt so laut hört. Das hat natürlich positive Folgen auf das Lernverhalten.“

Bereits mit acht Wochen kamen die Hunde mit in die Schule. Sie sind Trubel gewohnt. Die Lehrerinnen sorgen aber trotzdem für genug Ruhe. Dafür wurde extra ein Raum hergerichtet, hier stehen Futter, Trinken und ein Schlafplatz zur Verfügung.

Wichtig für einen tierischen Assistenten ist ein ausgeglichenes Gemüt und die Ausbildung zum Schulhund. „Hierbei werden Inhalte, wie zum Beispiel Gehorsam, Apportieren und Interaktion vermittelt, aber auch wie man Stress-Symtome und Grenzen des Hundes erkennt.“

Schüler und Lehrer sind sich einig, die Vierbeiner sorgen für ein angenehmes Klima – Kinder dürfen spielerisch Verantwortung lernen, die Hunde haben Spaß. Win-win.

Autorin: anna-lena.walter(at)kloenschnack.de

www.stadtteilschule-blankenese.de

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