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Wie sorge ich für ein gesundes Klima in meinem Zuhause?

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Wie sorge ich für ein gesundes Klima in meinem Zuhause?

Wohnen

Bei Schimmel sollte schnell gehandelt werden FOTO: FOTOLIA.COM – ANDREY POPOV
Bei Schimmel sollte schnell gehandelt werden FOTO: FOTOLIA.COM – ANDREY POPOV
Schimmelpilz, Luftqualität und Raumklima: Viele Menschen beschäftigen sich mit diesen Themen. Worauf man im Zuhause achten sollte, um gesund zu bleiben, erklärt Uwe Münzenberg, Vorstand im Berufsverband Deutscher Baubiologen.

Uwe Münzenberg, Sachverständigerfür Baubiologie
Uwe Münzenberg, Sachverständiger

für Baubiologie
Herr Münzenberg, Sie sind Baubiologe, Gutachter und Fachplaner. Was genau macht ein Baubiologe?

Münzenberg: Wir werden in der Regel immer dann tätig, wenn das „berühmte Kind schon in den Brunnen“ gefallen ist. Drei zufällige Beispiele aus der letzten Woche: Neubau, Abfluss der Toilette in der Wand nicht angeschlossen, 500 Liter fäkalhaltiges Wasser sind jetzt irgendwo unter den Böden in den Wohnräumen. Oder: Handwerker hat in der Wohnung ein Abwasserrohr angeschnitten. Dumm nur, dass dieses ein asbesthaltiges Rohr war. Die Folge: Wohnräume gesperrt, Mieter im Hotel. Oder: Schimmel im Archiv. Die Akten sind mit einem dicken weißen Pelz überzogen. Die Mitarbeiter wollen nicht mehr in den Keller. Es sind aber Akten, welche für laufende Verfahren dringend benötigt werden. Ein typischer Fall für uns.

Wann sollte ich einen Baubiologen zu Rate ziehen?

Münzenberg: Idealerweise bevor irgendetwas in einen „Brunnen“ fällt. Beispielsweise, um im Vorfeld die Auswahl der angedachten Baustoffe kritisch auf ein mögliches Risiko zu prüfen. Oder bevor ich mit dem Familienvermögen eine Immobilie aus den 70er Jahren kaufe, diese vorher durch einen Baubiologen genau prüfen zu lassen.

Häufiges Thema ist Schimmelpilzbefall. Was tun Sie vor Ort?

Münzenberg: Ja, Schimmelbefall ist ein sehr häufiges Thema. Damit soll jedoch nicht der Eindruck erweckt werden, dass Schimmel zu den gefährlichsten Belastungen zählt. Beispielsweise ist Radon in Wohnräumen mit Sicherheit kritischer zu betrachten, es gibt Grenzwerte, welche einzuhalten sind. Da Radon aber nicht „stinkt“ oder ekelerregend in Erscheinung tritt, interessiert es den normalen Wohnungsnutzer kaum.

Ab wann ist ein Befall für den Menschen denn gefährlich?

Münzenberg: Eine gute Frage, würde aber dieses Interview deutlich vom Umfang sprengen. Zum Glück hat sich das Umweltbundesamt in seinem Schimmelleitfaden auf 188 Seiten dazu gründlich geäußert. Dieser ist frei über die Homepage des Umweltbundeamtes zu erhalten. Dort finden Interessierte fundierte Antworten.

Wir verbringen heute gefühlt 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Da muss die Luftqualität natürlich stimmen. Was kann man da tun, worauf muss ich achten?

Münzenberg: Das wichtigste Thema in diesem Zusammenhang ist der Luftwechsel in den Wohnräumen. Dieser ist, sofern keine gezielten Maßnahmen getroffen werden, fast immer zu gering. Der Mythos, man könnte einen zu geringen Luftwechsel durch Fensterlüftung kompensieren, ist leider ein Mythos, um den, insbesondere im Verhältnis Mieter und Vermieter, häufig gestritten wird.

Bei Schäden wie feuchter Keller oder Fogging haben die Mieter eines Objekts ja meistens keine Schuld. Wie sieht es da rechtlich aus?

Münzenberg: Lassen Sie es mich mit einem bekannten Sprichwort beantworten: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Gerade wenn die Ursachen so unklar sind wie bei Fogging, sollte man nicht den Weg über das Gericht suchen. Zielführend wäre, dass ein Baubiologe mit seinem Sachverstand und Berufserfahrung versucht, in einem solchen Streit zu vermitteln.

Wie können wir für ein gesundes Raumklima sorgen?

Münzenberg: Das ist relativ einfach: Weniger ist in diesem Fall besser. Es braucht nicht für alles mögliche ein spezielles Reinigungsmittel mit Konservierungsstoffen, Duftstoffen, Lösungsmitteln. Für die meisten Anwendungsfälle reicht eine einfache Tensidlösung aus. Und was die Wände und Decken angeht, back to the roots: Statt einer komplexen Wandfarbe, simple Kalkfarben oder Silikatfarben benutzen, sie machen es nicht nur weiß, sondern auch bunt.

Der KLÖNSCHNACK dankt für das Gespräch.

Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
Roggenkamp 21
21266 Jesteburg
Telefon 04183/773 53 01
vdb@baubiologie.net

www.vdb-baubiologen.de

Autorin: Anna-Lena Walter


ZUR PERSON

Uwe Münzenberg

absolvierte 1985 eine baubiologische Ausbildung bei der
Baubiologie Bonn. Danach folgte das Fachstudium Hochbautechnik
an der Grundig Akademie in Nürnberg mit Abschluss
staatlich geprüfter Hochbautechniker. Heute hat er
seine eigene Firma. 1998 gründete er den Berufsverband
Deutscher Baubiologen (VDB). Er lebt in Fürth.

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