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Vergiß mein nicht – Ausstellung in der Stabi

Alte Andenken an alte Freundschaften (Foto: Staatsbibliothek Hamburg)

Rotherbaum. Die Stabi Hamburg zeigt noch bis zum 12. August 2018 die Ausstellung „Vergiß mein nicht“, bei der Stammbücher und Freundschaftsalben des 16. bis 20. Jahrhunderts aus Hamburg zu sehen sind. 

Haben Sie noch ein Poesiealbum oder ein Freundebuch aus Ihren Kindertagen aufbewahrt? Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulfreunde, die darin nette Sprüche und tolle Sticker eingeklebt haben? Die Stabi gibt einen kulturgeschichtlichen Einblick, woher dieser heute noch fest in Kinderhand erhaltene Brauch kam. Denn schon vor 500 Jahren war es eine beliebte Sitte, in sogenannte Stammbücher oder Freundschaftsalben (Alba Amicorum) hinein zu schreiben, um nicht vergessen zu werden.

Beginnend im adligen und akademischen Milieu des 16. Jahrhunderts weitete sich dieser Trend vor allem in der Aufklärungszeit schon bald in private Kreise aus. Wappen, Zeichnungen, kleine Malereien, Silhouetten, Stickereien, aufwendige Haargebinde und vieles mehr schmückten die Einträge, die je nach Besitzer von Zitaten antiker Autoren, großer Reformatoren oder zeitgenössischer Literaten und Philosophen bis hin zu einfachen Freundschaftssprüchen wie das „Vergiß mein nicht“ reichen. Gerade letzteres drückt aus, dass die Bücher auch an die Menschen aus dem eigenen Lebenskreis erinnern sollten, an Familienmitglieder, Freunde und Bekannte. Und wie heute Freundebücher bei Kindern oder Facebook bei Erwachsenen die soziale Vernetzung festhalten und sichtbar machen, so spiegeln die historischen Alben auch das gesellschaftliche Leben der Besitzer auf eigentümliche und zum Teil intime Weise wieder. Damit sind diese unter anderem für Historiker, Philologen, Kunsthistoriker und Volkskundler eine wichtige personengeschichtliche und kulturhistorische Quelle.

Die Staatsbibliothek gibt einen Einblick vor allem in die Hamburger Stammbuchkultur des 16. bis 20. Jahrhunderts und zeigt eine Auswahl von Stammbüchern vornehmlich aus ihren Sondersammlungen, ergänzt durch Alben aus dem Museum für Hamburgische Geschichte und dem Hamburger Staatsarchiv.

Montags bis freitags von 9 bis 24 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 24 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (Ausstellungsraum der Bibliothek im Erdgeschoss)
Von-Melle-Park 3, Rotherbaum

Über Louisa Heyder