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Naturschutzbund: Stunde der Wintervögel

Die Weidenmeise wird ebenfalls in heimischen Gärten und Parks gesichtet (Foto: Adobe-Stock/Alexander-Erdbeer)

Hamburg. Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? Der NABU ruft wieder zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Vom 10. bis 12. Januar 2020 können Vogelfreunde eine Stunde lang Vögel beobachten, zählen und dem NABU melden. „Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken“, so Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“

In Hamburg sind besonders die Amsel-Beobachtungen interessant. Im Sommer 2018 grassierte erstmals das Usutu-Virus in der Stadt, das zu einem regelrechten Amselsterben geführt hatte. Nun stellt sich die Frage, ob sich der Bestand der Amsel in Hamburg erholt hat oder nicht. Die Amsel scheint aus dem Stadtzentrum mehr oder weniger verschwunden zu sein, während sie in den ländlicheren Bereichen Hamburgs wohl noch häufiger anzutreffen ist. „Die Meldungen der „Stunde der Wintervögel“ bieten uns wichtige Anhaltspunkte, da wir sie mit den Zahlen der Vorjahre vergleichen können“, erläutert Sommerfeld. Und noch eine Frage interessiert den Vogelexperten: Wo ist bei uns noch der Haussperling vertreten? Er steht in Hamburg aktuell auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten.

In diesem Jahr könnte es zudem interessante Erkenntnisse für den Eichelhäher geben. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Sommerfeld. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978. Als Grund vermuten die Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten.

Stunde der Wintervögel

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zehnten Mal statt. Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800/115 71 15 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2019 beteiligten sich über 138.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 95.000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, Kohlmeise und Feldsperling folgten auf Platz zwei und drei. In Hamburg lag im letzten Jahr die Kohlmeise auf dem Spitzenplatz, gefolgt von Blaumeise und Amsel.

Für die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 6. bis 10. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Vortrag und Führungen in Hamburg

Der NABU Hamburg hat passend zur „Stunde der Wintervögel“ wieder kostenlose Angebote für Vogelfreunde:

Do., 9. Januar, 18 Uhr: Vortrag beim NABU: Wintervögel im Garten – Tipps zur Wintervogelfütterung. Mit NABU-Vogelschutzexperte Marco Sommerfeld. Ort: NABU-Geschäftsstelle, Klaus-Groth-Straße 21, Borgfelde. Eintritt frei.
Fr., 10. Januar, 10 Uhr: Führung zur „Stunde der Wintervögel“ im Hammer Park. Mit Marco Sommerfeld und Thomas Orthmann (NABU Hamburg). Dauer 1,5 Stunden, Treff: U-Bhf. Hammer Kirche.
So., 12. Januar, 10 Uhr: Führung zur „Stunde der Wintervögel“ in Wandsbek. NABU Wandsbek. Treff: Südende Kupferteich (Stauwehr).

Über Louisa Haroun

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