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Black Friday vs. Buy Nothing Day: Wie wir unseren Konsum kontrollieren

Black Friday
Foto: Unsplash

Hamburgs Schaufenster locken auch in diesem Jahr zum Black Friday wieder mit zahllosen Angeboten. Mehr noch: Aus dem Black Friday wird oftmals sogar eine Black Week. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Schnäppchenjagd überhaupt noch zeitgemäß ist. Wie nachhaltig konsumieren wir wirklich?

Der Black Friday steht längst auf Augenhöhe mit dem traditionellen Weihnachtsgeschäft und dem Winterschlussverkauf. Um diesem Tag, der den Konsumismus und die heutige ultra-kapitalistische Gesellschaft symbolisiert, zu widersprechen, wird am gleichen Tag auch der Buy Nothing Day (BND) gefeiert, der den Trend des unbegrenzten Konsums kritisiert.

Black Friday: Kaufen oder nicht kaufen?

Der Black Friday war ursprünglich der Tag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Feiertag, und symbolisiert den Beginn der Weihnachtseinkäufe. Inzwischen hat sich der Tag auf der ganzen Welt ausgebreitet. Unter ihnen mischen sich auch immer mehr Pseudo-Angebote, vor allem auch im Online-Handel. Der Black Friday ist somit auch zum Symbol für unkontrollierten Konsum geworden – auch wenn unbestritten tatsächlich das ein oder andere Schnäppchen erstanden werden kann. Trotzdem muss bewusstes Einkaufen während der Black Friday-Zeit nicht vollständig ausgeblendet werden, wie der „Buy Nothing Day“ deutlich machen will.

Warum wir nicht in jede Konsumfalle tappen sollten

Der „Buy Nothing Day“ wurde ursprünglich 1992 vom Kanadier Ted Dave ins Leben gerufen. Ab 1997 wurde der Anti-Konsum-Tag am gleichen Tag wie der Black Friday begangen. Sein Credo: „Kaufen Sie einfach 24 Stunden lang nichts“. Viele Menschen sind überrascht, wie schwierig dies ist. Das Ziel besteht darin, die Menschen dazu zu bringen, mehr über ihre Ausgaben nachzudenken und bessere Entscheidungen darüber zu treffen, was sie kaufen und wo sie es kaufen. Neben der anfänglichen Idee, der Notwendigkeit des Konsums zur persönlichen Affirmation entgegenzutreten, kann sie nun auch mit dem Argument der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes in Verbindung gebracht werden.

Black Friday vs. Buy Nothing Day: Ein guter Kompromiss muss her

Auf der einen Seite ist der „schwarze Freitag“ ein sehr guter Tag für die Wirtschaft und den Kapitalverkehr; außerdem erleichtert er vielen Menschen den Erwerb von etwas, das sie sich sonst nicht leisten können. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie kann es für mehrere Händler und Unternehmen zudem eine Atempause sein. Auf der anderen Seite kann all dieser zügellose Konsumismus zu einer Verschuldung vieler Menschen führen.

Black Friday oder Buy Nothing Day? Es geht nicht um entweder oder. Im Sinne unserer Umwelt und dem Erhalt unserer Lebensgrundlage braucht es einen Kompromiss, der Sparsamkeit und Konsum in Einklang bringt.

Über Thorsten Kolsch

Thorsten Kolsch