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Neu entdeckt: Osdorf

Osdorf, Das Restaurant Don Quichotte ist in der Osdorfer-Mühle beheimatet
In der Osdorfer-Mühle ist seit 1991 das Restaurant Don Quichotte beheimatet. (Foto: Klönschnack)

Wenn man es ganz genau nimmt, ist Osdorf gar kein Elbvorort. Ähnlich wie Iserbrook oder Sülldorf hat der 26.000 Einwohner große Stadtteil keinen Zugang zur Elbe. Und doch ist Osdorf ein bedeutendes Stadtviertel im Hamburger Westen und damit Einzugsgebiet der Elbvororte. Ein kleiner Rundgang…

Das Elbvorort Osdorf im Westen Hamburgs hat sich zu einer attraktiven Wohngegend entwickelt: Im Süden bildet das elegante Villenviertel Hochkamp einen fließenden Übergang zum Elbe-Nachbarn Nienstedten, im Westen grenzt Osdorf an Groß Flottbek, Bahrenfeld und Lurup und im Osten schließt sich Iserbrook an. Besonders bekannt ist Osdorf durch seine Plattenbausiedlung „Osdorfer Born“, im Volksmund auch spöttisch „Affenfelsen“ genannt. Lange Zeit zählte das Wohngebiet mit seinen 20 Stockwerken zu den höchsten Wohnhäusern der Stadt.

Osdorf – ein Wohnort seit Ewigkeiten

Bereits zur Steinzeit war das Gebiet Osdorfs besiedelt. Dies belegen Funde wie Flintbeile und steinerne Werkzeuge am heutigen Rugenbarg bzw. an den heutigen Siedlungen Osdorfer Born und Am Barls. Auch zur Bronze- und später zur Eisenzeit war Osdorf besiedelt; Funde zwischen dem heutigen Rugenbarg und dem heutigen Blomkamp, zeugen hiervon.

Die erste urkundliche Erwähnung Osdorfs als Oslevesthorpe bzw. Oselvestorph erfolgte 1268 bei einem Landverkauf an das Kloster Harvestehude. Kurz darauf gelangte das Dorf in den Besitz des Hamburger Domkapitels, in dem es fast ein halbes Jahrtausend blieb, bevor es sich im 19. Jahrhundert vom bäuerlich geprägten Dorf zum städtischen Viertel entwickelte.

Osdorf – eine Sehenswürdigkeit

Auch wenn Osdorf vor allem als Wohnviertel bekannt ist, befinden sich hier eine Reihe von wichtigen kulturellen und wirtschaftlich bedeutenden Sehenswürdigkeiten:

Heidbarghof
Das letzte reetgedeckte Baudenkmal ist der 1590 erstmals erwähnte Heidbarghof an der Langelohstraße, der seit den 1980er Jahren als Stadtteil- und Kulturzentrum mit Stiftungsgeldern erhalten wird. Nach mehrjährigem Leerstand in den 1990er Jahren und dem geplanten Abriss wurde das Haus denkmalgeschützt und von mehreren Wohnprojekten in neue Nutzung überführt. Unter anderem wohnen und arbeiten hier elf Künstler in zehn Wohnateliers. Zum Haus gehören ein Ausstellungsraum und eine Wiese, die in den Hans-Christian-Andersen-Park übergeht und für Außenarbeiten, Vernissagen und zur Erholung genutzt wird.

Osdorfer Mühle
An der Osdorfer Landstraße 162 liegt im hinteren Grundstücksteil am höchsten Punkt der Umgebung eine Kornwindmühle von 1890, die als Osdorfer Mühle bekannt ist und heute nicht mehr funktionstüchtig, sondern in gastronomischer Nutzung ist.

Osdorfer Feldmark
Offene Feldmarken sind in der Großstadt Hamburg eine Seltenheit. Die Osdorfer Feldmark liegt noch dazu mitten im städtischen Raum. Ihre ökologische Bedeutung ist dennoch beachtlich. In Sichtweite der Hochhäuser vom „Osdorfer Born“ weiden hier Pferde, Wiesen und auch Wald prägen die Osdorfer Feldmark.

Der rote Traum aus Osdorf
Auch in Osdorf, also mitten in der Stadt, findet man im Sommer frische Erdbeeren! Denn hier befindet sich hinter der Baumschule Worthmann, mitten in der Osdorfer Feldmark mit Blick auf die Hochhäuser am „Osdorfer Born“, der Betrieb von Heiner Prigge und Annett Schönemeyer, die hier Erdbeeren in unterschiedlichen Sorten anbauen und verkaufen.

Botanischer Garten
Er befindet sich zwar an der süd-östlichen Grenze zu Groß Flottbek, doch geografisch gehört Hamburgs grüne Perle ganz eindeutig zu Osdorf. Der Park hat vorrangig die Aufgabe Pflanzenmaterial für Lehr- und Forschungsaufgaben des Biologischen Instituts zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sind in diesem Park diverse Artenschutzprojekte integriert. Der Eintritt ist frei.

Hans-Christian-Andersen-Park
Sobald man durch die figurenverzierten Cortenstahl-Tore in den Hans-Christian-Andersen-Park tritt, findet man sich unmittelbar in einer Märchenwelt wieder. Die Grünanlage in Osdorf zählt zu den jüngsten Hamburger Parks und wurde erst im Jahr 2005 eröffnet. Im Sommer 2007 realisierte man weitere Bereiche und ergänzte den Park mit Märchenfiguren aus Stein zu bekannten Geschichten des dänischen Dichters Andersen und anderen Erzählern. 

Elbe-Einkaufszentrum
Das Elbe-Einkaufszentrum, kurz EEZ, zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten in Osdorf und hat sich zum bedeutendsten Einkaufsmagneten im Hamburger Westen entwickelt.

Elbe-Kino
Beschaulich, aber zentral an der Osdorfer Landstraße, unweit des Elbe-Einkaufszentrums gelegen, befindet sich das kleine Elbe-Kino. Es zählt zu den kleinsten, aber beliebtesten Programmkinos der Stadt.

Über Thorsten Kolsch

Thorsten Kolsch