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Deutsch-Indisches Musikprojekt in Blankenese erhält finanzielle Förderung

Ich erhebe meine Stimme - Das Musikprofil arbeitet am stummen Musiktheaterstück. Foto: STS Blankenese

Blankenese. Das Musikprofil des 9. Jahrgangs der Stadtteilschule Blankenese erhält für ein Gemeinschaftsprojekt mit der indischen ASN Secondary Senior School Neu-Delhi eine umfangreiche finanzielle Unterstützung von der Robert-Bosch-Stiftung. Im Rahmen des jährlichen Förderwettbewerbs „Deutsch-Indisches Klassenzimmer“ können sich die deutschen und indischen Schüler über 22.800 Euro für das Projekt „Erhebe deine Stimme“ freuen, mit dem sie die Mädchen- und Frauenrechte weltweit stärken wollen.

Das Projekt „I raise up my voice – A research on Gender Equality, a call for Women Empowerment“ (englischer Titel) wurde vor rund sechs Monaten von den Schülerinnen und Schülern in Blankenese aus der Taufe gehoben. Der Titel leitet sich ab von Aussagen der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin Malala Youszafzai in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen im Jahr 2013. Im Rahmen des Projektes arbeiten die Jugendlichen in Hamburg und Neu-Delhi über zehn Monate lang parallel und gemeinsam an ausgewählten Projekten rund um die Frage der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Im Musikprofil der Stadtteilschule Blankenese entstand hierbei das stumme Musiktheaterstück „I raise up my body“, das im September 2016 in Blankenese uraufgeführt werden soll.

Die Projektidee entstand im Rahmen der Vorbereitungen für einen Schüleraustausch im nächsten Schuljahr. Angeregt durch die teils sehr schwierige Frauenrechtssituation in Indien setze sich der Kurs zunächst intensiv mit der Situation in seinem Gastgeberland und später auch in Europa auseinander. Neben der ausführlichen Thematisierung in ihren Unterrichtsfächern nehmen die Jugendlichen im laufenden und kommenden Schuljahr an verschiedenen Workshops teil, zum Beispiel bei der Hamburger Frauenrechtsorganisation „Dolle Deerns e.V.“ und im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Eine zweite Säule des Projekts ist die praktische Umsetzung der Thematik in einem stummen Musiktheaterstück. Ausgangspunkt der Konzeption war Malalas Aussage „Ich erhebe meine Stimme [….] nicht um zu schreien, sondern um für die zu sprechen, die keine Stimme haben.“ „Dieses Zitat hat uns nachdenklich gemacht“, sagt Emily (15 Jahre). „Mit unserem Stück wollen wir zeigen, dass Mädchen und Frauen auch ohne Stimme gegen das Unrecht der Benachteiligung aufbegehren können – nämlich mit ihren Körpern. Wir wollen es vormachen und nur durch Körpersprache auf die Benachteiligung von Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Wir hoffen, dass dadurch die Jungen lernen, das andere Geschlecht noch mehr zu respektieren.“

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt jährlich deutsch-indische Schulpartnerschaften mit einer gemeinsamen Projektarbeit. Die Ausschreibung zur Teilnahme am Förderwettbewerb richtet sich an deutsch-indische Schulpartnerschaften. Eine unabhängige Auswahlkommission wählt jährlich die Förderpreisträger aus, deren Projekte anschließend ab Mitte April 2016 über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten durchgeführt werden können.

Über Anna-Lena Walter