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Björnsonweg in Blankenese: Bäume statt Flüchtlinge

Björnsonweg, Flüchtlinge
Wann kommen die ersten Flüchtlinge am Björnsonweg unter? (Foto: Google Maps)

Aus dem idyllisch gelegenen Björnsonweg in Blankenese, ist seit heute Morgen ein Politikum geworden. Schützenswerte Bäume und Tiere sollen verhindern, dass hier eine Flüchtlingsunterkunft entsteht. 

Als heute Morgen mehrere Fahrzeuge in den Björnsonweg einbogen, um Baumfällarbeiten zugunsten einer Flüchtlingsunterkunft  zu erledigen, trauten sie ihren Augen nicht. Zahlreiche Anwohner blockierten mit ihren Autos den Bereich vor den Bäumen, um eine Abholzung zu verhindern. Nicht nur das: Am Montag sei eine Biologin daran gehindert worden, 42 Bäume für die Abholzung mit Farbe zu markieren. Zuvor hatte sie überprüft, ob in den Bäumen Vögel brüten. Seltene Pflanzen wurden zudem vorher umgepflanzt. Stattdessen wurden ihr die Spraydosen entwendet und es wurden wahllos weitere Bäume markiert. Die Folge: Die Baumfällarbeiten verschieben sich zunächst bis Donnerstag.

Verstößt das Bauvorhaben am Björnsonweg gegen Umweltrecht?

Der städtische Betreiber fördern & wohnen habe einen solchen Widerstand zuvor noch nicht erlebt. „Die Blankeneser kennen wir sonst als Menschen, die Flüchtlingen sehr aufgeschlossen sind.“, so Susanne Schwendtke im Interview mit dem NDR. Wenn es hingegen nach dem Anwalt der Anwohner, Rüdiger Nebelsiek, geht, verstoße das Bauvorhaben gegen Europäisches Umweltrecht und verlangt von den Behörden Akteneinsicht.

Fakt ist: Eigentlich sollten die Unterkünfte, für bis zu 200 Flüchtlinge, im Juni fertiggestellt sein. Sollte die Sondergenehmigung zum Fällen der Bäume bis Freitag verstreichen, muss ein neuer Termin gefunden werden. Dies könnte eine Bauverzögerung von bis zu einem halben Jahr bedeuten.

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Thorsten Kolsch