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Der Baum als Kunstwerk

Der Künstler Ai WaiWai bearbeitete für die Ausstellung einen Baum, um die Entwurzelung seiner Familie in China darzustellen (Foto: Barbara Makowka)

Wilhelmsburg. Am 1. September 2017 eröffnet die neue Ausstellung „Der Baum als Kunstwerk“ im Hamburger Wälderhaus. 

Das Werk „Tree“ des berühmten Künstlers Ai WeiWei ist eines der Herzstücke der Ausstellung „Der Baum als Kunstwerk“ im „Wälderhaus“ Hamburg. Entwurzelt, zersägt, anders wieder zusammengesetzt, steht er für brutalen Veränderungen und die Vertreibung ganzer Familien aus ihrem Zuhause in China.

Hamburg als Metropole ist ein Sinnbild für die Urbanisierung. Doch mitten in Wilhelmsburg haben Kunst- und Naturbegeisterte die Möglichkeit, für einige Stunden in einen künstlerisch gestalteten Wald einzutauchen und Exponate von Joseph Beuys, David Nash, Ai WeiWei, Michael Sailstorfer, Guiseppe Penone, Rikuo Ueda, Bryan Nash Gill, Donna Ong, Herbert Golser, Johannes Domenig, Mirko Zrinscak, Lois Wagner, Sam van Aken und Carl Andre zu sehen.

Die Ausstellung eröffnet am 1. September und soll die Beziehung zwischen Mensch und Natur widerspiegeln. Einen besonderen Stellenwert nimmt der Baum ein. So trägt beispielsweise Michael Sailstorfer mit einem lebensgroßen Exemplar zur Ausstellung bei. Dieses hängt kopfüber von der Decke und wird von einem Motor gedreht. Sailstorfer will hier die verkehrten Umstände aufzeigen, in der die Menschen der Natur der Kraft berauben. Alexandre Robinet Borgomano, Kurator, erläutert das Konzept der Ausstellung: „Die Exponate, die für dieses Projekt ausgewählt wurden, stellen gemeinsamen Merkmale vor. Es handelt sich nicht um künstlerische Bilder von Bäumen, sondern um Artefakte aus Bäumen, die durch menschlichen Eingriff Kunstwerke bilden. Diese Kunstwerke zeigen, dass die westliche Sehnsucht nach einer unberührten, wilden Natur, längst zum Phantasma geworden ist – der Mensch hat sich tief in die Natur eingeschrieben und hat sie sich als kulturelle Kategorie einverleibt. “

2012 eröffnete in Hamburg das „Wälderhaus“ in Wilhelmsburg. Worum es geht, wird hier schon von außen ersichtlich: Das Haus weist eine Fassade aus Lärchenholz auf, ist ganz im Sinne der Nachhaltigkeit gebaut und in Hamburg einzigartig. Unter dem Dach vereinen sich gleich mehrere Zwecke: Ein Hotel, Restaurant und natürlich das Science Center widmen sich ganz dem Thema Wald und schaffen so einen Berührungspunkt zwischen Mensch und Natur. Doch nicht nur die ökologische Nachhaltigkeit liegt den Initiatoren am Herzen. Die Einfal Changes gGmbH betreibt das hauseigene Restaurant und hat sich eine gelungene Inklusion zum Ziel gesetzt. In diesem Integrationsunternehmen finden Menschen Arbeit, die durch beispielsweise körperlichen Einschränkungen erschwerte Berufschancen haben.

Vom Hamburger Hauptbahnhof ist das „Wälderhaus“ einfach via S-Bahn oder Bus zu erreichen.

Die Ausstellung ist vom 2. September 2017 bis 14. Januar 2018, Di – So 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet, Adresse: Am Inselpark 19, 21109 Hamburg/Wilhelmsburg. Weitere Informationen zur Ausstellung hier.

Über Johanna Raedecke