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THEMA: Frauen in der Küche?

TIMS THESEN 

THEMA: Frauen in der Küche?

Tim Holzhäuser schreibt hier seine monatliche Glosse
Tim Holzhäuser schreibt hier seine monatliche Glosse
Frauen in die Küche! Das ist einer dieser ignoranten, sexistischen und letztlich saublöden Imperative, die zu Recht vergessen wurden. Nach Beobachtungen in meinem Alltag würde ich den Spruch ohnehin abwandeln: Frauen besser nicht in die Küche!

Wie wir wissen, sind alle großen Köche Männer. Ausnahmen wie Sarah Wiener oder Lea Linster füllen allenfalls einen Promillebereich der Branche.

Warum ist das so? Der Laie mutmaßt: Hantieren mit Kasserollen und Gusseisenpfanne ist Frauen zu ermüdend, also lassen sie es bleiben.

Auch die kriminellen Arbeitszeiten, die das Privatleben von Köchen bis auf die Grundmauern hinab vernichten, halten Frauen angeblich fern.

Nun bin ich kein professioneller Koch, stehe allerdings seit 20 Jahren täglich im Dienste der Familie in der Küche. Da sich auch die üblichen Freunde, Gönner und Gammler regelmäßig einfinden, sind Mäuler zu stopfen. Wenn man für sieben Personen mitsamt Kindern („Iiiih, Peter – silie!“ – „Iiiih, Zwiebeln!“) kocht, dann ist das nicht länger „Essenmachen“. Man bekommt einen realistischen Blick dafür, was als nächstes zu tun ist. Da ich weit entfernt bin von einem Naturtalent, musste ich über Jahre lernen: Gutes Kochen ist ein Zusammenspiel von Präzision, Geschmack und dem Erkennen von Prioritäten.

Mann bekommt einen realistischen Blick dafür, was als nächstes zu tun ist …

Man ackert sich kompromisslos, ohne jede Ablenkung durchs Handwerk, sodass das Ergebnis nicht länger Glücksache ist. Am Ende steht das Essen Tag für Tag in solider gleichbleibender Qualität gegen 19 Uhr auf dem Tisch. Wenn meine Freundin kocht, dann beobachte ich etwas völlig anderes. Multitasking soll ja eine enorm positive Fähigkeit von Frauen sein. In der Realität sieht das so aus: Madame kocht, telefoniert zwischendurch, schaltet die Waschmaschine an, telefoniert, geht zur Nachbarin, weil ein Ei fehlt (kleiner Schwatz), telefoniert, arrangiert einen Blumenstrauß im Esszimmer, telefoniert, guckt „Tatort“ und am Ende ist das Ergebnis mit Glück, mit sehr viel Glück essbar. Und neulich dann die Sabotage, die zum Schreiben dieser Glosse geführt hat. Ich sonntags in der Küche. Zubereitet werden soll ein Salat, ein marinierter Schweinebauch à la Hong-Kong-Garküche für den nächsten Tag, Pflaumensauce, dreimal Pasta mit Stein pilzen und ein Geburtstagskuchen für Madame. Alles solide durchgeackert, dann, kurz vor Schluss, der Griff zum Amaretto. Ärgerliches Grunzen. Küche auf den Kopf gestellt, kein Amaretto. Scheiße! Schuhe an, zum Pennerkiosk. Dort statt Amaretto nur Spott und Rumverschnitt.

Später dann die Frage an die Holde: „Wo ist der Amaretto?“

„Habe ich weggeworfen.“

„Was?! WARUM!?“

„Die Flasche war eklig. Ganz staubig.“

Seien wir ehrlich: Karlheinz Hauser hätte sie gefeuert. Und das ist die These für diesen Monat: Frauen sind nur selten gute Köche, weil sie keinen Respekt haben für Prioritäten.

Und dann werden sie gefeuert.

Uwe Lau - Parkett & Dielen
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Holger Riebe - Küchenrenovierung
Kohlermann & Koch GmbH

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