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„Sein Leben war wie ein Akkord voller Strahlkraft …“

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„Sein Leben war wie ein Akkord voller Strahlkraft …“

Abschied von einem Freund: Rolf Zuckowski mit John O’Brien Docker
Abschied von einem Freund: Rolf Zuckowski mit John O’Brien Docker
Rolf Zuckowski zum Abschied von seinem Freund John O’Brien Docker

Mein langjähriger Weggefährte, der Arrangeur und Songwriter John O’Brien Docker, über viele Jahre in Blankenese zu Hause, ist am 3. August nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben. Wir verdanken ihm, der Anfang der 1970er Jahre die legendären „City Preachers“ gründete, u.a. auch das Klangbild von „Rolf und seine Freunde“, von „Du da im Radio“ (1981) bis zur Liederbüchermaus (1996). Johns von englisch-irischer Folkmusic inspirierte Arrangements waren oft augenzwinkernd humorvoll, konnten aber auch unter die Haut gehen. Evergreens wie „In der Weihnachtsbäckerei“, „Stups der kleine Osterhase“ oder „Wie schön, dass du geboren bist“ sind unauslöschlich mit dem Namen John O’Brien Docker verbunden. Meine Lieder bekamen durch seine Ideen und seine Einfühlsamkeit viel Kraft und Wärme. Das wurde besonders spürbar bei meinen weihnachtlichen Alben „Winterkinder“, „Dezemberträume“ und „Stille Nächte – helles Licht“. Die ersten gemeinsamen Erfahrungen sammelten wir schon 1976 im Polydor-Studio bei der Produktion des Albums „Hüt is hüt“ mit der Finkwarder Speeldeel, die seinen Arrangements ein neues und zugleich der Tradition verpflichtetes Klangbild verdankten. Auch der friesische Barde Fiede Kay, Volker Lechtenbrink und viele andere sangen ihre Lieder in Arrangements, die John für sie maßschneiderte. Selber ein brilianter, von der Jazz-Legende Django Reinhard inspirierter Gitarrist, wurde er zum Vorbild für junge Gitarristen und Arrangeure. In der Hamburger Studiomusiker- Szene war er von vielen geschätzt und dafür bekannt, dass er seine Kollegen gern herausforderte und ihnen vielfach besondere Leistungen entlockte.

Danke, John! Dein musikalisches Lebenswerk und Dein Humor werden noch viele Jahre in uns nachklingen.

Rolf Zuckowski


ORTSKERN BLANKENESE
Weniger bringt mehr

Die Interessengemeinschaft Blankeneser Markt, bestehend aus einem Kreis besorgter und engagierter Bürger um Monika Lühmann, Beate Hülsen, Joachim Eggeling, Wolf Junge und Ingo Eggers, hat sich noch einmal kritisch mit den Vorschlägen des „Arbeitskreises Ortskern“ zur Umgestaltung des Blankeneser Marktplatzes auseinandergesetzt.

Das Ergebnis: Weniger bringt mehr. Behutsame Veränderungen erhalten den Charakter des Marktplatzes und der Verzicht auf ein radikales Vorgehen spart zudem erhebliche Steuergelder ein. Die Bedeutung des Marktplatzes für das Leben in Blankenese ist eminent. Dies gilt nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht. Auch für das Miteinander der Bürger ist der Markt ein im Wortsinne zentraler Ort. Man trifft sich, man unterhält sich, man kennt seine Händler …

Das sind scheinbar einfache Dinge, aber gerade in Zeiten der digitalen Kommunikation und des Online-Handels sind sie von hohem und wachsendem Wert für die Lebensqualität. Ein solcher Ort, über viele Jahrzehnte gewachsen, verdient besonderen Schutz und darf nicht zum Spielball von Partikularinteressen werden. Seine Umgestaltung muss im Bewusstsein um seine Funktion und mit Augenmaß geschehen. Fehler, die jetzt begangen werden, wirken weit in die Zukunft. Im Vergleich dazu fallen die wenigen Wochen, die für die Modifikation der Planung aufzuwenden sind, nicht ins Gewicht und sind eine gut investierte Zeit. Im Einzelnen leiten sich daraus folgende Forderungen ab:

Was muss sein?
– Eine einheitliche, hochwertige Anmutung des Platzes in seiner Gesamtheit ist sicherzustellen.
– Die Interessen der Markthändler und Marktkunden sind ausdrücklich einzubeziehen.
– Der spezifische, eigenständige Charakter sowohl des Marktplatzes als auch des Kirchenvorplatzes ist zu erhalten.
– Die Grünflächen sind zu erhalten, attraktiv herzurichten und sorgfältig zu pflegen.
– Die Marktfläche bleibt in vollem Umfang erhalten.
– Die Abfallcontainer werden unter die Erde verlegt.
– Das Markthaus wird als attraktiver Neubau in das Gesamtkonzept eingepasst.

Was kann sein?

– Die derzeitige Straßenführung hat sich strukturell bewährt. Eine Verlegung oder Verbreiterung der Straßen ist nur dann vorzunehmen, wenn die Notwendigkeit zwingend nachgewiesen wird.
– Wegen der hohen Kosten ist für jede Einzelmaßnahme zu prüfen, welche Summen eingespart oder sinnvoller eingesetzt werden können.

Was darf nicht sein?
– Die Nivellierung des Geländes ist ein teurer Unsinn. Zudem würde dadurch der Marktbetrieb über lange Zeit stark behindert oder gar lahmgelegt. Auch hier geht es um enorm viel Geld, das eingespart oder sinnvoller eingesetzt werden kann.
– Alle Ideen zur Trennung des Marktplatzes durch eine Querstraße oder Querwege zerstören das einheitliche Bild des Platzes und sind Unfug.
– Die Pflasterung des Platzes mit rutschigen Oberflächen ist ein Sicherheitsrisiko und zu vermeiden. Es ist eine Lösung zu finden, die optisch ansprechend und technisch sicher ist.

Die entsprechenden Vorschläge der Bürger werden dem Bezirksamt Altona vorgelegt und mit den zuständigen Mitarbeitern diskutiert. Es bleibt zu hoffen, dass im Ergebnis rasch eine modifizierte, vernünftige Gesamtplanung gefunden und im Anschluss zügig umgesetzt wird.

Die Blankeneser Bürger haben ein Anrecht darauf. Sie haben lange genug gewartet.

Prof. Dr. Jan Hensmann

Über Hamburger Klönschnack