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Ich hab mich ergeben

MELDUNGEN 

Stadtkultur

Feierabendkonzerte im Oberhafen
Ich hab mich ergeben

FOTO: KAMMERKUNST.DE
FOTO: KAMMERKUNST.DE
Musikhören im alten Lagerschuppen, Gespräche bei Bier und Imbiss, Genuss ganz ohne Schlips und Abendkleid – die Feierabendkonzerte im Oberhafen bieten ein besonderes Konzerterlebnis.

In der Dämmerstunde zwischen Feierabend und Heimweg Hafenatmosphäre einsaugen und für ein knappes Stündchen von Johannes Krebs, Violoncello, und Franck-Thomas Link, Klavier, die Ohren vom Lärm des Alltags befreien lassen. Der Hamburger Kammerkunstverein bietet im Oberhafenquartier eine Kunstkammer abseits der ausgetretenen Pfade mit Vertiefung, Raffinesse und neuen Bahnen. Was klingt wie der Anfang eines Liebeslieds, ist in Wirklichkeit ein patriotisches Lied aus dem Jahre 1820. Johannes Brahms verwendet es als musikalisches Material für seine zweite Sonate F-Dur op. 99 für Violoncello und Klavier. Wahrscheinlich zitierte Brahms ein „altdeutsches“ Lied, weil er sich in der Nachfolge eines anderen großen Deutschen sah, nämlich Ludwig van Beethoven. Seine intensive Beschäftigung mit Beethoven zeigt sich auch in seiner zweiten Cellosonate, die am Thuner See entstand, wo Brahms 1886 einen glücklichen Sommer verbrachte. „Ich hab mich ergeben“ wurde auch gesungen, als sich 1949 der Deutsche Bundestag zu seiner konstituierenden Sitzung traf. Die Nationalhymne Mikronesiens beruht übrigens ebenfalls auf dieser Melodie – ein bemerkenswertes Zeugnis transkultureller Migration.

21. März um 18 Uhr, Snack 17 Uhr/Lounge 19 Uhr, Halle 424 Stockmeyerstraße 43 Tor 24, Karten: VVK 10/AK 15 Euro, Telefon 317 969 40

INTERNATIONALER TANZ AUF KAMPNAGEL
Rain

FOTO: ANNE VAN AERSCHOT
FOTO: ANNE VAN AERSCHOT
Ein Stück, das sich so wunderbar leicht anfühlt, wie ein rosa Sommerregen. Hinter der zarten Oberfläche steckt wie so oft bei der Superstar-Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker eine tiefgreifende tänzerische Auseinandersetzung mit der Musik des Minimalisten Steve Reich. Seit 1982 schreibt die Flämin mit ihrer Compagnie Rosas Tanzgeschichte. Sie gilt als eine der einflussreichsten Erneuerinnen des zeitgenössischen Tanzes.

16./17.März um 20 Uhr, Kampnagel K6, Karten 12 bis 36 Euro, Tel. 270 940 49

GRÜSS MIR DEN MOND!
Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys

FOTO: PREMIUM EVENT GMBH
FOTO: PREMIUM EVENT GMBH
Eine abenteuerliche Reise ins mondbeschienene Herz der Musik. Ulrich Tukur führt uns in den Abgrund der Melodie, den Tiefsinn der Harmonie, den Wahnsinn des Kontrapunkts und der Bitonalität, den Irrsinn des kryptometrischen Rhythmus sowie den betörenden Feinsinn der Aleatorik. Im Zusammenwirken all dieser Ingredienzen entsteht ein subtiles musika – lisches Gespinst, wie es so noch nie auf einer Bühne dieser Welt zu hören war.

19. März um 20 Uhr, Laeiszhalle, Karten 52,70 bis 69,20 Euro, Tel. 01806/57 00 70

FAMILIENKONZERT AB 6 JAHRE
Mozart und die magische Perücke

FOTO: URSULA KLEPPER
FOTO: URSULA KLEPPER
Ein fröhlicher musikalischer Nachmittag rund um Wolfgang Amadeus Mozart für Kin- der ab 6 Jahre und deren Familien. Die Hamburger Camerata mit dem Dirigenten und Moderator Andreas Peer Kähler erzählt die ungewöhnliche Lebens – geschichte von Wolfgang Amadeus Mozart – wobei die »magische Perücke« eine große Rolle spielt! Auch mit dabei: Das Kinderstreichorchester „Saitenspiel“, Solistin: Lir Vaginsky (14 Jahre), Violine.

24. März um 15 Uhr, Laeiszhalle großer Saal, Karten 10,90 bis 19,70 Euro, Tel. 01806/57 00 70

Katharina Apostolidis, Geigen- und Klavierlehrerin, Kulturredaktion
katharina.apostolidis(at)kloenschnack.de

SLAWISCHER MELOS UND
MODULATIONSMASCHINE
Spätromantische Urkraft der Hamburger
Symphoniker

FOTO: MARIN
FOTO: MARIN
Lust auf musikalische Neuentdeckungen des spätromantischen Klangkosmos der Jahrhundertwende? Die Leitung hat ein Experte auf diesem Gebiet: der in Rumänien geborene Erste Gastdirigent Ion Marin. Auf die Rumänische Rhapsodie Nr. 1 von George Enescu, einem Landsmann Marins, folgt Alexander Glasunows Violinkonzert in a-Moll. Über Glazunow hieß es, er sei als »musikalische Urkraft geboren und sofort als junger Samson in die Arena gesprungen«. Sein Violinkonzert ist ein Meisterwerk samt schwermütig-slawischem Melos, kombiniert mit einem Feuerwerk an orientalischen Effekten. Den Solopart übernimmt Guy Braunstein, der Erste Gastkünstler der Symphoniker Hamburg, der zuletzt Anfang Januar in der Elbphilharmonie bejubelt wurde. Zum Abschluss folgt ein regelrechter musikalischer Vulkanausbruch: César Francks d-Moll- Symphonie nannte ein Zeit – genosse augenzwinkernd „Modulations-Maschine“. Alternative zur Elphi: In der bewährten „Musikhalle“ gibt es nach wie vor Tickets und weiterhin viele große Konzerte zu erleben. Gehen Sie vorbereitet in dieses Konzert! Olaf Dittmann und ein Orchestermitglied führen in der 30-minütigen Einführung mit – hilfe von Musikbeispielen in das Programm ein und berichten von der Probenarbeit. Der Eintritt ist für Konzert – besucher frei! – 18 Uhr Studio E (Bühneneingang)

25. März, um 19 Uhr, Laeiszhalle großer Saal, Karten 9,90 bis 53,90 Euro, Tel. 35 76 66 66 und Vvk.-St.

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