4. Januar 2016
Magazin

Sicherheit für beide Seiten – Die Mietkaution korrekt anlegen

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IMMOBILIEN 

KOLUMNE
Sicherheit für beide Seiten – Die Mietkaution korrekt anlegen

Oliver Moll
Oliver Moll
Die Mietkaution soll Vermieter gegen finanzielle Schäden wie Mietausfälle oder Sachschäden absichern. Das ist bekannt. Doch bleiben diese Fälle aus, muss auch für den Mieter gewährleistet sein, dass er bei Ende des Mietverhältnisses seine Kaution ordnungsgemäß zurückerhält. Was in der Theorie selbstverständlich erscheint, ist in der Praxis manchmal ein großes Problem. Mögliche Gründe: Der Vermieter hat das Geld auf seinem Privatoder Geschäftskonto angelegt, musste jedoch Insolvenz anmelden und die Kaution ist Teil des Pfandvermögens. Oder alle Kautionen, die ein Vermieter verwaltet, sind auf einem gemeinsamen Konto angelegt. Dabei geht schnell der Überblick verloren, welchem Mieter welche Summe zusteht.

Um diese Probleme zu vermeiden, hat der Bundesgerichtshof im Juni 2015 beschlossen, dass Mietkautionen nicht auf einem Privat- oder Geschäftskonto angelegt werden dürfen – auch nicht für kurze Zeit. Stattdessen muss ein separates, offenes Treuhandkonto getrennt vom restlichen Vermögen des Vermieters angelegt werden. Im Falle einer Insolvenz ist die Kaution auf diese Weise vor dem Zugriff der Gläubiger sicher.

Um den Überblick über die Kautionen und jeweiligen Zinserträge zu erhalten, ist es zudem ratsam, für jede Mietkaution ein eigenes Konto anzulegen.

Die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und Verwaltung mehrerer Konten ist für Vermieter auch gar nicht so aufwendig, wie es sich zunächst anhört. Für Hamburger Vermieter zum Beispiel bietet die Deutscher Ring Bausparkasse eine Plattform (www.ringkautionskonto.de), die es ermöglicht, Kautionen gemäß gesetzlicher Bestimmungen bequem online anzulegen und zu verwalten. Auch für Mieter bietet die Plattform Vorteile: Sie erhalten einen jährlichen Kontoauszug samt Steuerbescheinigung und können sich jederzeit nach dem aktuellen Kontostand er – kundigen. Das bietet Transparenz und Sicherheit für beide Seiten – damit man am Ende der Mietzeit im Guten auseinandergeht.

Oliver Moll, Zinshaus GmbH

www.ringkautionskonto.de

ZINSEN
Standardrate für eine Baufinanzierung sinkt wieder

Die durchschnittliche Standardrate für ein Baudarlehen von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf sowie einer zehnjährigen Sollzinsbindung war nach den Zinsanstiegen im Frühsommer bis Juli zunächst wieder deutlich gestiegen. In den Monaten Juli bis September verharrte sie praktisch unverändert um 500 Euro. Im Oktober sank die Standardrate des Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) erstmals wieder – auf 485 Euro. Im Oktober 2014 mussten Immobilienerwerber für das gleiche Darlehen noch 514 Euro pro Monat aufbringen

Die durchschnittliche anfängliche Tilgung bleibt mit 2,96 Prozent auf sehr hohem Niveau, nur minimal unter der Rekordmarke von 3,01 Prozent aus dem Vormonat. Im Vorjahr betrug der durchschnittliche Tilgungssatz 2,58 Prozent. Darlehenshöhe und Beleihungsauslauf bleiben fast unverändert, wobei letzterer fast zwei Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Das zeigt, dass Darlehensnehmer aktuell knapp zwei Prozent mehr Eigenkapital in ihre Immobilienfinanzierung einbringen als noch vor einem Jahr.

Der DTB zeigt die monatliche Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter. Dazu zählt neben der Darlehenshöhe, dem Tilgungssatz und dem Beleihungsauslauf auch die Verteilung der Darlehensarten.

STUDIE
Wohnungsmärkte in der Metropolregion Hamburg

Die Initiative pro Metropolregion Hamburg e.V. (IMH) hat in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und der Metropolregion Hamburg die „Studie 2015: Wohnraummärkte in der Metropolregion Hamburg“ initiiert.

Für Hamburg und Umlandgemeinden wird eine überdurchschnittliche Entwicklung der Wohnungspreise prognostiziert. Die ländlichen Gebiete in der Metropolregion Hamburg werden sich wahrscheinlich weniger dynamisch entwickeln, regionale Zentren können an Bedeutung verlieren. Tendenziell werden sich Wohn- und Arbeitsorte zukünftig eher integrieren. Um die Funktionsfähigkeit der Wohnungsmärkte in der Metropolregion Hamburg zu unterstützen, wird angeregt, in wachsenden Gebieten eine raschere Angebotserweiterung zu ermöglichen, in schrumpfenden Gebieten auf die beschleunigte Anpassung der Wohnungsbestände hinzuwirken und die Kosten von relevanten Prozessen für Bauvorhaben zu senken.

KOLUMNE
Ausblick 2016

Conrad Meissler
Conrad Meissler
Der jüngst veröffentlichte Mietenspiegel Hamburgs blickt zurück, kann er doch nur die Entwicklung bis zum Stichtag des 1. April 2015 berücksichtigen. Doch schon diese hat es in sich, denn mit einem Anstieg von im Schnitt 6,1 Prozent haben sich die Mieten in dem Zweijahreszeitraum vor dem besagten Stichtag so sehr verteuert wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Man kann diesen Anstieg schon historisch bezeichnen, denn höhere Mietpreisanstiege wurden in der Vergangenheit nur im Zeitraum 1919 bis 1948 verzeichnet, einer Zeit also, wo ein Weltkrieg den zur Verfügung stehenden Wohnraum in Hamburg massiv beschädigt hatte.

Heute steht Hamburg natürlich nicht mehr vor einem Wiederaufbau, gleichwohl erscheint die Nachfrage erneut als extrem. Schon in den letzten Jahren kamen im Durchschnitt pro Jahr 15.000 Neubürger nach Hamburg, eine Zahl, die auch für die nächsten Jahre erwartet wurde, und zwar bevor der Flüchtlingsstrom einsetzte. Interessant ist deshalb die Frage, wie es weitergeht. Mit einem knapp eine Milliarde Euro teuren Notprogramm versucht der Hamburger Senat gegen die Wohnungsnot anzukämpfen. Alle sieben Bezirke der Stadt sollen bis Ende 2016 rund 5.600 Flüchtlingswohnungen bauen. Parallel soll die Mietpreisbremse den Wohnungsmarkt vor weiteren heftigen Anstiegen schützen.

Doch der Markt ebnet sich seine Bahn. In den gewachsenen, besonders begehrten Lagen boomt er seit Monaten wieder kräftig. Wir erwarten, dass dies auch 2016 so bleibt. Denn in vielen gesuchten Arealen lindert selbst der kräftige Neubau nicht den Bedarf. Wir registrieren eine zunehmende Bereitschaft, noch höhere Preise zu akzeptieren. Die erforderlichen Finanzmittel stellen Banken zu weiterhin äußerst günstigen Konditionen zur Verfügung, denn eine wirkliche, kräftige Zinswende scheint unverändert auf sich warten zu lassen. Langes Abwägen beim Kauf oder auch der Anmietung sollte sich daher in 2016 nicht auszahlen, da das Wohnen in Hamburg auf lange Sicht nicht billiger werden wird.

Conrad Meissler, Meissler & Co.

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