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Zurück in den gewohnten Alltag

GESUNDHEIT

Zurück in den gewohnten Alltag 

Geriatrie 

Entlassungsmanagerin Meike van Hettinga und Chefarzt Dr. med. Christoph Schmitz-Rode
Entlassungsmanagerin Meike van Hettinga und Chefarzt Dr. med. Christoph Schmitz-Rode
Die Geriatrie setzt sich für die Wiederherstellung der größtmöglichen Selbstständigkeit und mehr Lebensqualität ein. Dabei behandeln die Ärzte nach einem ganzheitlichen Ansatz in einem interdisziplinären Team.

Alte Menschen sind in Krankenhäusern die häufigsten stationären Patienten. Die Geriatrie – auch Altersmedizin genannt – ist eine spezialisierte Fachdisziplin der Medizin, die sich mit Patienten beschäftigt, die älter als 70 Jahre sind.

Die meisten dieser Patienten sind multimorbide, haben also nicht nur eine einzige Erkrankung, weshalb sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. So liegen häufig bereits chronische Erkrankungen vor, die bei der Behandlung von akuten Erkrankungen, wie beispielsweise Lungenentzündungen oder Schlaganfällen, beachtet werden müssen.

„Diese Wechselwirkungen aus chronischen und akuten Erkrankungen können bei älteren Menschen die Mobilität und Alltagskompetenz einschränken“, erzählt Chefarzt Dr. med. Christoph Schmitz-Rode vom Asklepios Westklinikum in Rissen. „Die Geriatrie behandelt mit einem ganzheitlichen Ansatz in einem interdisziplinären Team. Im Unterschied zu den übrigen Fachabteilungen erfolgt in der Geriatrie – neben der medizinischen Behandlung der akuten Erkrankung – von Beginn an auch eine rehabilitative Behandlung.“ Dies soll die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag wiederherstellen und die Lebensqualität verbessern.

Ältere Menschen haben eine längere Rekonvaleszenzzeit als jüngere Patienten. Bricht sich beispielsweise ein junger Mensch die Hüfte, wird er in der chirurgischen Abteilung operiert und kommt danach in eine Reha. Für einen geriatrischen Patienten, der zuvor schon möglicherweise auf einen Rollator angewiesen war, kann dieser gleiche Bruch eine völlig andere Folge haben. „Diese Patienten sind meist noch nicht mobil genug für eine „normale“ orthopädische Reha. Alternative für diese Patienten ist die geriatrische Frührehabilitation “, so Schmitz-Rode. „Diese dauert zwischen zwei und drei Wochen. Zu Beginn machen wir bestimmte Funktionstests, um zu sehen, in welchen Bereichen der Patient Defizite hat.“ Hierzu zählen auch kognitive Tests, die dem Arzt Hinweise auf eine mögliche Demenz liefern.

Es wird die wichtige Frage geklärt, ob der Patient wieder zurück nach Hause kann oder spezielle Pflege benötigt. 

Während der Frührehabilitation erhält der Patient zwei Mal täglich eine Therapie aus den jeweils erforderlichen Bereichen wie Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie. Zusätzlich erstellt das behandelnde Team ein individuelles Konzept, wie es mit dem Patienten über den Krankenhausaufenthalt hinaus weitergeht. Dabei wird auch die wichtige Frage geklärt, ob der Patient zurück nach Hause kann, ob eine pflegerische Unterstützung für zu Hause organisiert werden muss oder ob ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung nötig ist.

Im Westklinikum gibt es dafür ein spezielles Entlassungsmanagement, das sich um die weitere Versorgung des Patienten kümmert. Meike van Hettinga klärt mit den Patienten weitere Schritte, wie zum Beispiel die Festlegung des Pflegegrades und die Frage, ob ein Schwerbehindertengrad festgelegt werden soll, um finanzielle Unterstützung zu beantragen. „All diese Anträge fülle ich mit den Patienten und Angehörigen gemeinsam aus und leite sie an die Ämter weiter“, erzählt van Hettinga. „In Zusammenarbeit mit der Geriatrie-Station organisieren wir auch die Verlegung in Pflegeheime oder Rehakliniken.“

Die älteren Patienten im Westklinikum – der Durchschnitt liegt bei 86 Jahren – nehmen die Nachricht, nicht mehr in den eigenen Haushalt zurückzukehren, ganz unterschiedlich auf. „Manchmal bedarf es mehrerer Gespräche unter Einbeziehung der Angehörigen, um dem Patienten die Bedenken vor der Aufgabe des Eigenheims zu nehmen“, so die Entlassungsmanagerin. Auch das große Netzwerk zwischen der Klinik, Pflegeheimen und Pflegediensten im Hamburger Westen erleichtert die Entscheidung zusätzlich, da für jeden Patienten eine individuell passende Lösung gefunden werden kann.

Circa 70 Prozent der geriatrischen Patienten können jedoch durch die Frührehabilitation in ihren gewohnten Alltag zurückkehren.

Autorin: louisa.heyder(at)kloenschnack.de 

www.asklepios.com/westklinikum

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