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„Vorübergehend geschlossen“

GESELLSCHAFT

„Vorübergehend geschlossen“

Sagebiels Fährhaus

Einst wurden hier Rinderherden gesammelt. Dann wurde es zum beliebten Ausflugsziel, 1943 zur Kulisse für Hans Albers Reeperbahn-Film und hatte einen der dienstältesten Kellner des Landes.

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Sagebiels Fährhaus steht zum Verkauf
Die Lage ist sensationell, die Geschichte beieindruckend, das Ende traurig. Wer in diesen Tagen im „Sagebiels Fährhaus“ anruft, hört eine muntere Stimme, die verkündet, dass das Restaurant vorübergehend geschlossen hat. Wann die Türen sich wieder öffnen sollen, wird nicht gesagt.

Weil es keine konkreten Informationen gibt, machen Gerüchte die Runde. „Wir haben gehört, dass es mit einer kleinen, deutschen Küche im Fährhaus weitergeht“, sagt eine Nachbarin. Täglich käme einer, um nach dem Rechten zu sehen, ansonsten werde mal über ein Hotel, ein Café oder über Wohnungen spekuliert. Fest steht, dass den Mitarbeitern gekündigt wurde. Darunter auch der langjährige Oberkellner Horst Hoppe, der seit 1962 Gäste im Sagebiels Fährhaus bediente.

Hotel oder Wohnungen?

Wie berichtet, soll das hoch über der Elbe gelegene Grundstück nebst Restaurant verkauft werden. Das ist schwierig, weil das fast 3.500 Quaddratmeter große Grundstück der Familie Sagebiel gehört, das Restaurant hingegen der Familie Chen, die zweitweilig hamburgweit bis zu fünf Chinarestaurants betrieb. Laut Markus Chen liefen bereits im Herbst Verkaufsgespräche mit mehreren Interessenten. Ein Verkauf gestalte sich schwierig, so Grundstückseigentümer Dieter Sagebiel. „Wir wüssten auch gern, wie es weitergeht.“

Schon vor längerer Zeit soll das Fährhaus über einen Makler für rund 3,5 Millionen Euro angeboten worden sein. Über den derzeitigen Preis ist nichts bekannt.

Markus Chen war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. So wird unter den langjährigen Gästen und Nachbarn weiter spekuliert, wie es mit dem Fährhaus weitergeht. Hotel oder Wohnungen?

Autor: helmut.schwalbach(at)kloenschnack.de

www.sagebiels.com

TREPPENVIERTEL
Wohin mit dem Altpapier?

Während in vielen Stadtteilen blaue Tonnen für Altpapier bereitstehen, schleppen die Bewohner des Treppenviertels, wie in einigen anderen Stadtteile auch, ihr Altpapier wie den übrigen Müll zu Sammelstellen. An festgelegten Tagen werden Zeitungen und Pappe, Magazine und Wurfsendungen dann von der Stadtreinigung eingesammelt. Das soll jetzt ein Ende haben. Bisher gab es nur milden Druck auf die Tonnen-Ignoranten. Das hat nun ein Ende. In einem an Hauseigentümer versandten Schreiben wurde das Ende der Straßensammlung angekündigt. „Für das Treppenviertel sind blaue Tonnen nicht praktikabel“, sagt Helmut Wichmann vom Blankeneser Bürgerverein. Einige seien nun versucht, ihr Altpapier über den Hausmüll zu entsorgen, so der Blankeneser. Noch ist Wichmann optimistisch, einen Kompromiss mit der Stadtreinigung zu finden. So denkt er an spezielle Müllsäcke nur für Papier, die dann eingesammelt werden.

KONFLIKT
Persona non grata?

Seit sie die Bürgerinitiative „Rettet den Süllberg“ anführte ist Monika Lühmann über die Elbvororte hinaus bekannt. Schon vorher hatte sie sich als Traditionsbewahrerin gezeigt. Auch ihre Teestube wird über die Stadtgrenzen hinaus für große Kuchenstücke und plüschiges Interieur gerühmt. Jetzt hat die Blankeneserin einen Widersacher ausgemacht. Im Rahmen einer halbstündigen Geschichte über die Gastronomin plante der NDR ein Interview an Bord einer Hadag-Fähre. Daraus wird nichts. „Ich habe quasi Hausverbot, bin als Persona non grata auf der Fähre nicht erwünscht. Eine Drehgenehmigung bekommt der NDR nicht“, so die Gastronomin. Zum Hintergrund: Monika Lühmann ist Initiatorin und Sprecherin des Projektes „Elbe-Este Fähren“. Die Hadag sieht hier keinen Zusammenhang. „Reklame für Einzelpersonen lassen wir nicht zu. Drehgenehmigungen gibt es nur für neutrale Themen“, so Hadag-Sprecher Peter Feddersen.

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