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Operationen wie im Flug

GESUNDHEIT

Operationen wie im Flug 

Einblick in den OP-Saal  

Ein Ärzteteam bei einem Eingriff
Ein Ärzteteam bei einem Eingriff
Operative Eingriffe verlaufen im Krankenhaus nach einem strikten System. Das erfordert eine gute Planung. Doch was sind die Abläufe einer Operation? Der KLÖNSCHNACK war dabei.

Große rote Buchstaben machen es überdeutlich: OP-Bereich – Zutritt verboten! Nur in steriler grüner OP-Kleidung mit Haarhaube und Gummischuhen können sich Mitarbeiter – und in Ausnahmefällen Reporter vom KLÖNSCHNACK – in die abgeschottete Zone schleusen. Nach gründlicher Desinfizierung der Hände geht es raus in den Flur und in den Vorbereitungsraum.

In dem großen Saal fallen als erstes die bodentiefen Fensterfronten und das Tageslicht auf, die den gesamten OP-Bereich durchziehen. Auch die Bilder mit Meeresmotiven an der Decke lassen den Raum freundlich wirken. „Hier gehen wir mit dem Patienten noch einmal alle seine Daten und den Eingriff durch, bevor es losgeht“, erklärt Stephan Prehn, Funktionsdienstleiter der Anästhesie OP und des Aufwachraumes. Er und fünf weitere Kollegen organisieren den Ablauf der Operationen und den Krankentransport der Patienten.

Nach circa 30 Minuten Wartezeit wird der Patient mit seinem OP-Bett auf einer sogenannten Lafette (ein Transportgestell, das unter die Matratze geschoben wird) in die kleine Schleuse vor den bereits vorbereiteten Operations-Saal geschoben. Hier bekommen die Patienten mit dem Katheter einen „Zugang“ in die Vene gelegt und das Narkosemittel gespritzt. „Dies ist der Zeitpunkt, in dem der Flug beginnt“, sagt Prehn lächelnd. Eine OP sei nämlich sehr mit einem Flug zu vergleichen. „Es beginnt mit einem sanften, aber zügigen Start in die Luft – in unserem Fall ist das die Narkose, die einen abheben lässt.“

„Es beginnt mit einem sanften, aber zügigen Start in die Luft – in unserem Fall ist das die Narkose.“  

Die Flugphase ist die Operation selbst. Für diese wird der nun sedierte Patient in den Saal geschoben und je nach Eingriff in die richtige Position ausgerichtet. Spezielle Gelkissen verhindern mögliche Druckstellen. Die eigentliche Operation beginnt.

Einige Eingriffe werden mit dem Da Vinci-Operationssystem durchgeführt, das auf den ersten Blick wie eine übergroße Spinne aussieht. Im Gegensatz zum Tier hat der Roboter jedoch vier Arme, die der Arzt mittels einer neben dem OP-Tisch stehenden Konsole mit Hebeln bedient. Per Fernsteuerung reagieren die endoskopischen Roboterarme in Echtzeit über und im Patienten. Große Monitore in der Konsole und im OP-Saal übertragen ein genaues Bild der Kamera und ermöglichen dem Chirurgen millimetergenaue Eingriffe im Inneren des Körpers.

Wenn die Operation abgeschlossen ist, zählt die OP-Pflegekraft akribisch alle verwendeten Utensilien durch und dokumentiert die Vollzähligkeit – erst danach wird die Wunde verschlossen. Dies ist mit dem Sinkflug der Reise zu vergleichen. „Danach kommt die exakte, punktgenaue Landung: Das zügige Aufwachen aus der Narkose“, schildert Stephan Prehn. Dies geschieht im Aufwachraum, der gleiche große Raum wie zu Beginn zur Vorbereitung, nur auf der anderen Seite. Der Rundflug ist beendet.

Nach der sicheren Landung gibt es für die Kinder-Patienten ein Eis zur Belohnung. Schon nach 20 Minuten können die meisten Patienten wieder zurück auf ihre Station.

Das benutzte OP-Besteck kommt letztlich in eine gesonderte Abteilung zur gründlichen Säuberung und Desinfektion. Danach sind die Utensilien wieder einsatzbereit für den nächsten Flug im OP-Saal.

Autorin: louisa.heyder(at)kloenschnack.de 

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