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Man kennt sich

GASTRONOMIE

Man kennt sich

Paula’s Wirtshaus in der Liebermannstraße 

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Das Verwöhnteam in Paula’s Wirtshaus (v.l.n.r.): Tina, Bettina, Köchin Maya, Carlo
Zufallsgäste gibt es praktisch nicht. Dazu ist Paula’s Wirtshaus zu abgelegen von den Passantenströmen. Wer aber doch einmal hier gelandet ist, nimmt sich vor, zum Stammgast zu werden.

Es gibt sie noch, kleine Gasthäuser oder Bars, die das Zeug zum Geheimtipp haben. „Paula’s Wirtshaus“ ist so ein Ort, in Othmarschen in der Liebermannstraße 52 und kaum zufällig anzusteuern. Dafür liegt es zu versteckt.

„Wir freuen uns immer, wenn uns jemand entdeckt, meldet sich „Maya“ Roth aus der Küche. Sie herrscht hier über alle Töpfe und Pfannen und hat das Kunststück fertiggebracht, Mediterranes neben schwäbischen Spezialitäten auf einen Tisch zu bringen. Tapas neben Spätzle („natürlich handgeschabt!“) geht das denn? „Ganz prima!“, bekräftigt Maya.

„Viele Abendgäste kommen noch vorbei auf einen Absacker oder einen kleinen Imbiss nach dem Theater oder dem Opernbesuch.“ Oder wie kürzlich nach den Osterfeuern.

„Ich liebe die Vielfalt unterschiedlicher Küchen – süddeutsch, österreichisch …“

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Lieblingsplätze in der Mai-Sonne
Der täglich wechselnde Mittagstisch macht ebenso neugierig wie die appetitlichen Tapas (ein gutes Dutzend verschiedene!) und die umfangreiche Abendkarte. Die wechselt etwa vierteljährlich. Extras werden auf einer Schiefertafel kommuniziert.

Das Publikum ist „von … bis“, erste Stammtische haben sich gebildet, Lokalkolorit ist entstanden durch die Othmarscher Geschäftswelt, die sich hier trifft, um den siebenhundertsten Geburtstag ihres Stadtteils zu planen. Dabei halten sich die Vorlieben für Pils vom Fass (Fürstenberg und Münchner Hell), Wein (vorzügliche spanische) und fruchtige Longdrinks die Waage. Kaffeespezialitäten versorgen die Autofahrer. Die Stimmung ist eher vertraut als still. Ein gekonnt liebenswerter Flachs sorgt für allgemeines Amüsement.

Die Gasträume sind nach Absprache komplett zu nutzen für eine Party, einen Geburtstag oder ein Jubiläum. Immer montags ist „Tapasabend“ und von Zeit zu Zeit wird Tanz angeboten. Auch dabei sind gute Laune und Unterhaltungswert Trumpf, wenn sich die etwas „sssteiferen“ Hamburger im Flamenco üben. Übung macht ja bekanntlich den Meister … Man freut sich auf den Sommer und warme Abende. Dann werden die Plätze vor dem Wirtshaus genutzt, wie man es aus dem Urlaub schätzt. Längst schon möchte die Gastronomie Hamburgs mit der im Süden wetteifern! Und der Mond über Capri ist ohnehin derselbe wie der über der Liebermannstraße.

Da meldet sich „Maya“ zu Wort: „Wir bieten unseren Gästen außer vegan und vegetarisch auch gluten- und lactosefreie Gerichte an.“ Sie nickt bekräftigend. „Das wird ja immer wichtiger!“

Sie selbst macht derzeit eine Ausbildung zur holistischen (ganzheitlichen) Ernährungsberaterin. Das Gemüse bezieht Paula’s Wirtshaus direkt vom benachbarten, schon 1897 gegründeten Fruchthaus Matthies. Die kennen seine Kundschaft und deren Vorlieben. Nachbarschaft eben.

„Afrikanische Gerichte sind fast alle ohne Gluten“, verrät Maya noch ihre Favoriten. Kochen „mit Herz und Hirn“ ist hier Trumpf.

Autor: uwe.petersen(at)kloenschnack.de

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