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Kleiner Schritt auf langem Weg

KOMMUNALPOLITIK

Kleiner Schritt auf langem Weg 

Ortskern Blankenese 

Abstimmung im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Blankenese
Abstimmung im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Blankenese
Parteipolitiker, Bürgerverein, Zukunftsforum, Interessengemeinschaft Blankenese, Kirche und Bürgerinitiative Marktplatz – beim Thema Neugestaltung des Blankeneser Ortskerns reden viele mit.

Wie lange können Menschen diskutieren, bis es zu einer Abstimmung kommt, ob die Autos längs oder quer zur Straße geparkt werden sollen? Bei einer vor Kurzem stattgefundenen Sitzung im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Blankenese dauerte es fast zwei Stunden, bis ein Ergebnis vorlag. Danach werden Autos an der Probst-Paulsen-Straße nach der Neugestaltunf quer geparkt.

Zahlreiche Wortgefechte, teils giftig, teils redundant geführt, wurden zuvor vor der zunehemend kleiner werdenden Zuhörerschar geführt. „Je länger diskutiert werde, um so mehr Fragen tauchten auf“, so ein Diskutant. Der SPD-Bezirksabgeordnete Wolfgang Kaeser erinnert an viele Jahre zurückliegende Gespräche: „Das muss irgendwann ein Ende haben.“

Sehr unterschiedlich sind die Interessen beim Thema Marktplatz. Der Vertreter der Marktbeschicker sorgt sich um die Stellfläche. Die Kirchgänger wünschen einen möglichst schönen Blick auf das Kirchenesemble. Kaufleute umliegender Geschäfte denken naturgemäß vorrangig an ihren Umsatz. Persönliche Profilierungsgelüste spielen in dieser Dikussion ebenso eine Rolle wie der Kampf um die Deutungshohheit von Begriffen und Definitionen. Bäume, Mauern und die Art des Pflasters erhitzen die Gemüter trotz früher Stunde. Die Sitzung beginnt an einem Montagmorgen um 8.30 Uhr. Entsprechend ist die Zuhörerschaft zusammengesetzt. Ein Zuhörer spricht kurz vor Sitzungsende von „verschwendeter Lebenszeit“. Andere schütteln den Kopf.

Mit dem Vorhaben, die „grundsätzliche Planung“ infrage zu stellen, kann sich Jutta von Tagen von der Initiative Marktplatz Blankenese nicht durchsetzen.

So soll innerhalb der nächsten Wochen der Auftrag für den ersten den Markplatz betreffenden Bauabschnitt vergeben werden.

Prof. Dr. Jürgen Weber vom Bürgerverein warnte zuvor vor einem Bürgerbegehren: „Wenn das so weitergeht, stirbt das ganze Projekt.“ Es wurde immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Ortskernumgestaltung gemacht.

Autor: helmut.schwalbach(at)kloenschnack.de


VINRISSEN
„Weitere Halle nicht nötig“ 

Der zwischen der Stadt Hamburg und VIN Rissen (Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit) geschlossene Bürgervertrag wurde im Juli 2016 unterzeichnet. Nun wurde in einer Sondersitzung der Bezirksversammlung die Umsetzung der Maßnahmen beschlossen. Der Bürgervertrag beinhaltet auch die Erweiterung der Sporthalle auf dem Schulcampus Rissen. Laut Initiative VIN „wird jedoch deutlich, dass die Schulbehörde nicht gedenkt, die Vereinbarungen umzusetzen.“

500 bis 600 neue Wohnungen  

Dies werde aus einem Schreiben des Schulsenators Ties Rabe deutlich. Der Senator hatte seinen Grundsatzreferenten Benjamin Gildemeister die Fragen der Rissenerin Wiebke Deeke beantworten lassen. In dem Anwortschreiben ist zu lesen, dass in Rissen mit etwa 500 bis 600 zusätzlichen Wohnungen gerechnet wird. „Dieser Zuzug wird zu 15 bis 20 zusätzlichen Schülern pro Jahrgang führen.“ Weiter heißt es, dass eine weitere Halle „vor dem Hintergrund der Prognosen nicht nötig“ sei. Für VIN Rissen ist diese Ansage ein „starkes Stück“.

www.vin-rissen.de

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