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Keine Angst vor den Geraeten

AUS DER KLINIK

Keine Angst vor den Geräten

Beruf Intensivschwester

Brigitte Buttig ist den Umgang mit den zahlreichen Maschinen gewöhnt
Brigitte Buttig ist den Umgang mit den zahlreichen Maschinen gewöhnt
Auf der Intensivstation müssen nicht nur Ärzte im Notfall schnell reagieren, auch das Pflegepersonal trägt viel Verantwortung. Doch was macht eigentlich eine Intensivschwester?

Die Intensivstation ist für viele noch immer ein Tabuthema, das sehr angstbehaftet ist“, erzählt Brigitte Buttig, während sie routiniert Kabel an einen Monitor anschließt. Es ertönt der krankenhaustypische Piep-Ton eines lebenserhaltenden Geräts. „Allein die viele Technik und die Schläuche erschrecken Patienten und besonders Angehörige. Doch das ist gar nicht nötig.“

Das vermeintlich bedrohliche Piepen einer Maschine bedeutet in den allermeisten Fällen nämlich nichts Schlimmes und ist lediglich ein technischer Hinweis für das Personal, dass beispielsweise eine Flüssigkeit gewechselt werden muss. Brigitte Buttig ist Krankenschwester auf der Intensivstation des Asklepios Westklinikums in Rissen und betreut mit 24 Kollegen Patienten, die aufgrund großer Operationen oder akut lebensbedrohlicher Erkrankungen permanente Kontrolle und Betreuung benötigen. Im Drei-Schichten-Betrieb können auf der gemischten Intensivstation – eine Station für alle Intensivfälle unterschiedlicher Fachrichtungen – bis zu zwölf Patienten gleichzeitig versorgt werden.

Man kennt seine Patienten schnell von Hacken bis Nacken

Um diesem Beruf nachzugehen, gehört auch eine gewisse Technikaffinität dazu. „Unsere Patienten sind häufig an mehrere Maschinen angeschlossen oder müssen teilweise in ein künstliches Koma versetzt werden. Da muss eine Intensivschwester schon genau wissen, wie die Geräte zu bedienen sind“, erklärt Schwester Brigitte. Darin liegt unter anderem auch der Unterschied zu einer Stationsschwester. Eine spezielle Fachweiterbildung, nach der man Fachkraft für Anästhesie und Intensivmedizin ist, befähigt zu ärztlichen Maßnahmen wie beispielsweise intravenöse Medikamentengaben, die auf einer Normalstation nur den Ärzten vorbehalten sind.

„Die Hierarchie zwischen Pflegepersonal und Ärzten ist auf der Intensivstation gering. Wir arbeiten interdisziplinär und interprofessionell mit den Ärzten zusammen. Das ergibt ein tolles Team.“ Brigitte Buttig schätzt außerdem, dass sie in deutlich engerem Kontakt zu den kranken Menschen steht als auf der Normalstation, da sie weniger Intensivpatienten versorgen muss: „Man kennt seine Patienten ganz schnell von Hacken bis Nacken.“ Dadurch ist sie eine wichtige Ansprechpartnerin für Kranke in instabilen Phasen und kann Angst lindern.

Viele Patienten bleiben nur wenige Tage zur Kontrolle auf der Intensivstation und können danach auf die Normalstation umziehen. Vereinzelte „Langlieger-Patienten“ müssen in schweren Krankheitsverläufen teilweise bis zu acht Wochen bleiben. Da ist es für Patient und Angehörige wichtig, die Therapieform und die angeschlossenen Geräte zu verstehen, um sich besser zu akklimatisieren.

Autorin: louisa.heyder(at)kloenschnack.de

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