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Gut zu Fuß? Barfußlaufen hilft

GESUNDHEIT

Gut zu Fuß? Barfußlaufen hilft

Orthopädie und Unfallchirurgie Gut zu Fuß? Barfußlaufen

Dr. Wanja Wenk vor Beispielen aus der Praxis. Hier: die Korrektur eines schweren Hallux valgus
Dr. Wanja Wenk vor Beispielen aus der Praxis. Hier: die Korrektur eines schweren Hallux valgus
Das Asklepios Westklinikum Hamburg deckt mit seinen Fachabteilungen die Behandlung unterschiedlichster Beschwerden und Erkrankungen ab. Der KLÖNSCHNACK traf sich mit Dr. Wanja Wenk, leitender Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Rissen.

Durch den aufrechten Gang ist der Fuß erheblichen Belastungen ausgesetzt, schließlich ruht auf jedem Schritt das komplette Körpergewicht. Ein Normalmensch legt etwa 5.000 Schritte pro Tag zurück. Statistisch sind wir somit im Leben etwa 100.000 Kilometer auf diesen Füßen unterwegs. Erkrankungen, Fehlstellungen, Verletzungen oder Überlastungsschäden entstehen daher auch und besonders an den Füßen, zusätzlich vermehrt durch krankhaftes Übergewicht (Adipositas) und im höheren Lebensalter. Darüber wollen wir mehr wissen. Der Weg führt uns ins Asklepios Westklinikum nach Rissen: traumhafte Landschaft, Wald, wohin man schaut, darüber ein Sommerhimmel mit einigen harmlosen Wolken, irgendwo wird Rasen gemäht. Hier lässt sich Seelenruhe finden und gut gesunden. Dr. Wenk kommt gleich zur Sache: „Der Hallux valgus, der Großzehballen, ist eine der häufigsten Erkrankungen in unserer Sprechstunde. Warum diese schmerzhafte Fehlstellung der Großzehe vor allem ältere Frauen betrifft, ist wissenschaftlich noch nicht genau verstanden.“

„Operiert wird erst, wenn die konservativen Maßnahmen nicht greifen.“
Die konservative Therapie des Hallux valgus kann die Fehlstellung nicht beheben, die Beschwerden aber lindern. Häufig erfolgt schon durch Anpassung des Schuhwerks eine Besserung, z.B. durch einen Schuh mit weiter Zehenbox oder Einlagen zur Korrektur des ursächlichen Spreizfußes (mit Einlagenversorgung), Nachtlagerungsschiene, Barfußaktivitäten und Fußgymnastik. So ist oft schon ein wesentlicher Fortschritt zu erreichen – durch die Entlastung des Vorfußes. Der leitende Oberarzt, Dr. Wenk, ist mit einem Zertifikat der D.A.F. (Deutsche Assoziation für Fuß- und Sprunggelenk) testiert. „Operiert wird aber erst, wenn konservative Maßnahmen nicht greifen“, betont der Oberarzt den Ansatz der Klinik. Dabei kann z.B. beim Hallux valgus das Mittelfußköpfchen im Bereich der Großzehe gezielt neu ausgerichtet und mit einer Minimalschraube in der korrigierten Position fixiert werden. Die eingebrachte kleine Schraube oder Platte muss später nicht wieder entfernt werden. Für viele Patienten ist schon das eine Wohltat: wieder schmerzfrei einen Fuß vor den anderen setzen! Ein individuell angepasster Verbandsschuh unterstützt etwa noch vier bis sechs Wochen. Die in Rissen verwendeten modernen Implantate lassen in der Regel eine schnelle Belastbarkeit zu.

Wie lassen sich Fehlstellungen an den Füßen wie Spreizfuß und Hallux valgus vorbeugend vermeiden? „Leider läuft kaum noch jemand barfuß, dabei ist das eine der besten Prophylaxen“, heißt es von ärztlicher Seite. Wer z.B. im Sommer seinen regelmäßigen Elbspaziergang im Sand zurücklegt, leistet schon so einiges für seine Fußbeweglichkeit.

Auch komplexere Fehlstellungen vom Sprunggelenk bis hin zur Kleinzehe können durch verschiedene Therapieverfahren behandelt werden. Ob eine neue Einlagenversorgung oder eine Operation zu empfehlen ist, wird in der spezialisierten Fußsprechstunde geklärt. Hier wird anhand von klinischen Untersuchungen und ergänzender Röntgen- oder MRT-Aufnahmen ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet. Der Oberarzt zeigt Röntgenbilder mit fixierten Gelenken und erklärt, was zu welchem Zweck wo eingesetzt wurde.

„Unsere Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie wurde bereits 2013 als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Das Einsetzen von Gelenkprothesen an allen großen und kleinen Gelenken ist ein Schwerpunkt unserer Abteilung. Am häufigsten wird Hüft-, Knie- und Schultergelenk ersetzt“, informiert Dr. Wenk, „aber auch die Implantation einer Sprunggelenksprothese ist manchmal notwendig und hilfreich“.

Autor: uwe.petersen(at)kloenschnack.de

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