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Eine Investition in die Zukunft

KOMMENTAR

Eine Investition in die Zukunft

GASTKOLUMNE: Schule

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Diana Amann ist Schulleiterin des Christianeums in Othmarschen
Auf die Frage, worin Sie heutzutage noch investieren können, gibt es eine einfache Antwort: in Ihr Kind. Investieren Sie in seine Erziehung und Bildung.

Tun Sie sich, Ihrem Kind und letztendlich unserer gesamten Gesellschaft damit etwas Gutes. Diese ebenso überraschende wie simple Antwort scheint für Eltern nicht immer ganz einfach umzusetzen zu sein.

Denn Eltern glauben, in vielen Bereichen in der Pflicht zu stehen. Sie sollen die Freunde ihrer Kinder sein, sie sollen Berater sein, sie sollen für ihre Kinder den Erfolg buchen, damit sie im späteren Leben bestehen können.

Sie stehen damit enorm unter Druck und die Frage scheint berechtigt, ob man in diesen Zeiten noch etwas lernen soll, dessen Erfolg sich nicht sofort in praktischen Kompetenzen niederschlägt, sondern Bildung und Werte zu vermitteln versucht.

Eltern stehen Schlange auf Marktplätzen, auf denen sich weiterführende Schulen vorstellen, sie informieren sich über Homepages, Info-Abende und Tage der offenen Tür, sie versuchen sich bei der Schulwahl nach den Freunden ihrer eigenen Kinder zu richten. Sie gelangen nach zähem Ringen endlich zu einer Entscheidung und dann ist die bange Frage: Haben wir für unser Kind nun die richtige Schule gewählt? Macht es meinem Kind Spaß, ist es glücklich dort, kann es am Ende das, was es für eine erfolgreiche Zukunft braucht?

Lassen Sie sich nicht entmutigen. Schule kann Ihrem Kind viel Freude bereiten und es trotzdem bestens auf das Leben vorbereiten.

Schule erfüllt diese beiden Kriterien genau dann, wenn sie es schafft, dass sich Schülerinnen und Schüler in Themen und Projekte vertiefen, Konzentration üben können, wenn sie Biss entwickeln, nachfragen dürfen, beharrlich bleiben, die Gründe für etwas entdecken oder Urteile fällen lernen. Schule sollte es ermöglichen, sich anzustrengen. Und natürlich ist Anstrengung auch Arbeit, aber die getane Arbeit birgt das gute Gefühl, es geschafft zu haben, erfolgreich zu sein. Und genau deshalb macht es auch Spaß. Kinder wollen Hürden nehmen! Und sie können Hürden nehmen. Wir müssen es ihnen nur zutrauen. Wir müssen ihnen vertrauen! Und wir müssen sie dabei unterstützen.

Schule bildet damit einen Gegenpol zum einfachen Wegklicken und Durchklicken im Internet, zur Oberflächlichkeit, die dort geboten wird, zur Verkürzung und Verfälschung von Inhalten in diesen neuen Welten.

Es geht darum, das kulturell Erworbene zu entdecken und zu festigen, um zu bestehen in einer Welt, die sich immer schneller dreht, deren Wissen sich in kurzer Zeit verdoppelt und ein Nachlaufen hinter Fakten sinnlos macht.

Der Umgang mit modernen Medien muss selbstverständlich für jede Schule Teil der Erziehung und des Unterrichts sein, jede Schule muss den Weg ins 21. Jahrhundert finden, denn die modernen Kommunikationsmittel sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Doch auch hier müssen die Schritte in der oben dargestellten Weise getan werden: reflektierend, verantwortlich, bewusst und professionell begleitet.

Unsere westlichen Werte, geboren in der Antike, getragen durch den Humanismus und die Aufklärung, fördern und fordern genau dies: Verantwortung tragen, Selbstbewusstsein entwickeln, Identität schaffen, Kritik und Nachdenken üben, auf Toleranz beharren. Es geht darum, das kulturell Erworbene zu entdecken und zu festigen, um zu bestehen in einer Welt, die sich immer schneller dreht, deren Wissen sich in kurzer Zeit verdoppelt und ein Nachlaufen hinter Fakten sinnlos macht. Das Fundament muss stimmen. Dann klappt es auch im Leben. Und dann kehren Schüler auch immer wieder gerne an ihre Schule zurück, weil sie dort eine Identität gefunden haben, die sie trägt.

Machen wir Schule wieder zu einem Hort, der unsere Kinder geborgen wachsen lässt und zu leistungsbereiten und mündigen jungen Erwachsenen erzieht.

Guter Unterricht ist Voraussetzung dafür. Und er ist gleichzeitig das Kerngeschäft des Lehrers. Unterricht vermittelt Inhalte und macht fit für gesellschaftliche Anforderungen. Schüler sollten den Eindruck haben, etwas zu verpassen, wenn sie einer Stunde fernbleiben! Begreifen wir Bildung wieder als Chance, nicht nur als Pflichtübung, als Investition in die Zukunft, in die Zukunft unserer Kinder!

Eine Mutter fragte mich, ob sie ihr Kind auch an unserer Schule anmelden könne, wenn es gerne im Chor singen würde, aber kein Latein haben wolle. Meine Antwort war, dass es die beiden bei uns nur im Doppelpack gebe. Und das ist gut so, denn gerade das Fach Latein gehört zu denjenigen Inhalten, die Bildung vermitteln und Fähigkeiten fördern, die für unsere Ideale und die Wertegemeinschaft unserer modernen Gesellschaft stehen. Es zahlt sich aus!

Diana Amann

Über Hamburger Klönschnack