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Die Auferstehung

SAGEBIEL

Die Auferstehung

Sagebiels Fährhaus öffnet wieder 

Bei Sagebiel „mittendrin“ in Blankenese – seit Generationen Ausflugsziel für Scholle und Schorle, Kaffee und Kuchen mit entspannter Aussicht auf das, was Blankenese ausmacht ...
Bei Sagebiel „mittendrin“ in Blankenese – seit Generationen Ausflugsziel für Scholle und Schorle, Kaffee und Kuchen mit entspannter Aussicht auf das, was Blankenese ausmacht …
Es kommt neues Leben auf die Sagebielterrasse mitten im Blankeneser Treppenviertel. Das traditionsreiche Wirtshaus öffnet wieder seine Türen. Die Grundmauern werden es mit Fassung ertragen, schließlich blicken sie auf eine wechselvolle Geschichte. Am 2. Juli öffnet das Haus wieder seine Türen für die Gäste – unter neuer Bewirtung.

Das Restaurant geht zurück auf ein, laut Chronik, „befestigtes Haus“, das an diesem Standort bereits um 834 errichtet wurde. Die ersten Dokumente berichten über die Nutzer, nämlich Fährleute, die diese hochgelegene Position zwecks guter Übersicht über den Strom schätzten.

Grog und Grünkohl im Winter bei Sagebiel
Grog und Grünkohl im Winter bei Sagebiel
Urkundlich erstmalig erwähnt wurde das Fährhaus im Jahr 1302. Mit verstärktem Frachtverkehr Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Fährstation immer mehr zur Gaststätte und Herberge. Aus dieser Zeit belegen Kämmereirechnungen von Reisen der Ratsherren nach Blankenese, um sich hier mit Verhandlungspartnern zu treffen. Auf einer Elbkarte findet sich das Fährhaus erstmals im Jahre 1568.

In seiner Geschichte brannte das Gebäude mehrere Male ab, wurde aber immer wieder aufgebaut. Als „Königliches Fährhaus zu Blankenese“ bestand es Anfang des 18. Jahrhunderts aus einem Landhaus und einem Querhaus, beide gedeckt mit Reet. 1826 wütete abermals ein Feuer, aber auch dieses Mal wurde das Haus wieder aufgebaut, nun jedoch als Gasthaus. Der Fährbetrieb spielte nunmehr nur noch eine Nebenrolle. Der Wirt Peter Moormann führte nun das Haus. Nach seinem Tod kaufte Wilhelm Anton Conrad Sagebiel 1868 das Wirtshaus und gab ihm den bis heute bekannten Namen. Sagebiels Fährhaus wurde nun rasch zu einer der besten gastronomischen Adressen in den Elbvororten und war bis nach Hamburg bekannt, auch wegen seiner neu errichteten Festsäle, die rauschende Bälle erlaubten. Sagebiels Fährhaus tauchte in dem Filmklassiker „Große Freiheit Nr. 7“ auf und war ab da deutschlandweit ein Begriff.

Sagebiel diente 1945 den Briten als Hauptquartier für den Hamburger Westen 
Sagebiel diente 1945 den Briten als Hauptquartier für den Hamburger Westen 
Sagebiels Fährhaus wenige Tage vor der Wiedereröffnung am 2. Juli
Sagebiels Fährhaus wenige Tage vor der Wiedereröffnung am 2. Juli
Die Säle mussten 1961 einem Parkplatz weichen. Die Eigentümer wechselten nun in rascher Folge bis der Gastronom Michael Ming-Hao Chen das Ensemble sanieren ließ und hier eine deutsch-internationale sowie eine chinesische Küche etablierte.
Frank Buddenhagen, hier mit Ehefrau Kerstin, betreibt gemeinsam mit Partner Tim Bütecke das Sagebiels Fährhaus
Frank Buddenhagen, hier mit Ehefrau Kerstin, betreibt gemeinsam mit Partner Tim Bütecke das Sagebiels Fährhaus
Jetzt wird ein neues Kapitel in der langen Geschichte von Sagebiels Fährhaus geschrieben. Nach zähen und wegen des Erbpachtrechts komplizierten Verhandlungen haben Frank Buddenhagen und sein Partner Tim Bütecke das Haus übernommen. Bereits am 2. Juli stehen auf dem Herd Töpfe, werden Schürzen umgebunden und der Service kann erste Eindrücke hinterlassen. Der Name Sagebiels Fährhaus bleibt erhalten, wird durch den Begriff Genusspiraten ergänzt“, so Frank Buddenhagen.

An den Töpfen hat Oliver Chlupp das Sagen. Dabei setzt er auf deutsch-mediterrane Küche. „Scholle und Pannfisch wird es ganz klassisch geben. Weiter werden wir die Bio-Schiene fahren.“ Als Restaurantleiter konnten die neuen Besitzer Timo Argentieri gewinnen. Der Barmanager ist aus der Gastroszene sehr gut bekannt. Glenfield Joseph wird für die besten Getränke sorgen. Alles in allem, eine erfolgversprechende Crew für das Traditionshaus.

Autor: tim.holzhaeser(at)kloenschnack.de
Redaktionelle Mitarbeit: helmut.schwalbach(at)kloenschnack.de 

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