Home / Magazin / Regionales / Baustopp und großes Schmollen

ANZEIGE

Baustopp und großes Schmollen

BLANKENESE

Baustopp und großes Schmollen

Marktplatzumgestaltung

Die Bauarbeiten des ersten Bauabschnitts gehen weiter  
Die Bauarbeiten des ersten Bauabschnitts gehen weiter  
Die Streitigkeiten um den Blankeneser Marktplatz sind in die nächste Runde gegangen. Nach einer Sperrwirkung durch das Bürgerbegehren werden nun weitere Gespräche abgelehnt.

Die Bagger graben weiter, als sei nie etwas gewesen. Für die nächsten Monate müssen sich die Blankeneser noch mit dem Anblick von Baustellen und aufgerissenen Straßen begnügen. Doch was kommt danach? Bleibt das Gelände um den Marktplatz von da an provisorisch? Durch das Bürgerbegehren der Interessengemeinschaft Marktplatz (IG) beim Bezirksamt Altona und rund 2.500 Unterschriften ist dies möglich. Die kleine Bürgerinitiative um das Ehepaar Lühmann, die sich vehement gegen die seit Jahrzehnten andauernden Marktplatzumgestaltungen des Arbeitskreises Ortskern Blankenese stellt, hat mit ihren gesammelten Unterschriften für eine Art Baustopp gesorgt, ein halbjähriges Aussetzen der geplanten Baumaßnahmen. Ausgenommen sind davon lediglich die zuvor beschlossenen und seit September begonnenen Bauarbeiten des ersten Bauabschnittes entlang der Blankeneser Bahnhofstraße und der Propst-Paulsen-Straße.

Bereits diese Eingriffe – und auch das Beseitigen von Gebüsch und Bäumen – zerstören laut der IG den dörflichen Charakter, den alle Blankeneser erhalten wollen würden. Wirklich alle? Die Mitglieder der Initiative sind zuversichtlich, die für den Bürgerentscheid notwendigen 6.000 Stimmen zusammenzubekommen. Das Erreichen der Sperrwirkung sei außerdem ein wichtiger Schritt zu einer transparenten Gesamtplanung.

Eberhard Fledel vom Arbeitskreis Ortskern Blankenese kann diese Herangehensweise nicht nachvollziehen, da die Blankeneser Bevölkerung seiner Meinung nach über all die Jahre mit einbezogen wurde. Auch nach Oliver Diezmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Blankenese (nicht zu verwechseln mit der IG Marktplatz), hatte die Öffentlichkeit jederzeit die Möglichkeit, Ideen und Anregungen zu äußern und über die Planungen abzustimmen.

„Im Geiste von Zusammenarbeit und Konsens zu einem besseren und schöneren Ergebnis.“  
Die geplanten Umgestaltungen sorgen wiederholt für Ärger und Diskussion FOTO: ARBOS FREIRAUMPLANUNG
Die geplanten Umgestaltungen sorgen wiederholt für Ärger und Diskussion FOTO: ARBOS FREIRAUMPLANUNG
Dies bietet der Arbeitskreis auch weiterhin an. Das neue Problem dabei ist nur: Die IG Marktplatz ist nicht mehr dabei. In einem kurzen Schreiben teilte die Interessengemeinschaft mit, fortan nicht mehr an den Sitzungen des Arbeitskreises teilzunehmen. Wird jetzt wirklich geschmollt?

Eberhard Fledel antwortete in einem Schreiben, der Arbeitskreis werde auch weiterhin die Vertrauensleute des Bürgerbegehrens zu den Sitzungen einladen. Die Gestaltung des Ortskerns könne nur „im Geiste von Zusammenarbeit und Konsens zu einem besseren und schöneren Ergebnis führen, als im Konflikt“. Ein Statement der IG darauf blieb aus.

Ob Schmollen und Abblocken Blankeneses Ortskern voranbringen, bleibt fraglich. Denn sollte es tatsächlich zu einem Bürgerentscheid kommen, stimmen nicht nur die Elbvorortler, sondern alle Wahlberechtigten des Wahlbezirks Altona über den Marktplatz ab – auch Anwohner aus der Schanze, denen Blankenese und seine streitenden Bewohner wenig wichtig sein dürften.

Autorin: louisa.heyder(at)kloenschnack.de  

Über Hamburger Klönschnack