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Vorweg, Mai 2017

Vorweg, Mai 2017

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Klaus Schümann, Chefredakteur und Herausgeber Hamburger Klönschnack

Liebe Klönschnack-Leserin,
werter Klönschnack-Leser,

Die gesellschaftlich-emotionale Einrichtung eines Jubiläums galt den 68ern zu einer Zeit, als sie noch nicht „die 68er“ genannt wurden, als spießbürgerlich-patriacharlische Sentimentalität. Und nun sind sie selbst dran und werden es vermutlich hier und da feiern. Gilt doch die Zugehörigkeit zu jenen Tagen so manch’ einem als Beleg für Wahrhaftigkeit.

Die Zeitmessung nennt den 2. Juni 1967 mit dem Tod Benno Ohnesorges als historischen Ausgangspunkt „der 68er“. Der politische Ausgangspunkt der extrem bewegten Zeiten war auch in der noch keine 20 Jahre alten Bundesrepublik zu finden. Eine Alpenveilchenspießbürgerlichkeit der heilen Welt war 20 Jahre nach Kriegsende verständlich. Nicht verständlich der juristische Mantel des Schweigens über Altnazis (teilweise waren sie noch gar nicht so alt), die sich in Amt und Würden der jungen Demokratie wiederfanden.

Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler überhaupt, lag gefühlte Galaxien von Rudi Dutschke und Jimi Hendrix entfernt – unerreichbar für junge Menschen. Links war schwerstens angesagt und die kommunistisch-fundamentalistischen Gruppierungen setzten sich gegenseitig das K in ihren Kürzeln in Anführungszeichen. „Die Ehe als Hort und Keimzelle des Faschismus“, seinerzeit ernst gemeinte Grundaussage, findet heute eher Einzug ins Kabarettistische.

Überhaupt vermittelt der Blick auf die 1960er/1970er Jahre durchaus Rück – blicke zum Lachen. In Diskussionen mit Vertretern jener Zeit zeigt sich der handfeste Altachtundsechziger unerschütterlich (man erkennt ihn an schütterem grauen Haar mit Pferdeschwanz, Nickelbrille und Weste).

Der musikalische Ausgangspunkt ist ohnegleichen. Einer Kulturrevolution kam die Erschütterung gleich, die durch die Beatles, Rolling Stones, Jimi Hendrix, Bob Dylan, Cream etc. zum Beben kam und bedingungslos akzeptiert wurde. Und was war in Rissen, Blankenese und Co. los? Sehen Sie mal ab Seite 16. 

Ihnen einen wonnigen Mai Herzlich, Ihr Klaus Schümann

Übrigens: „Ich war einer der letzten Live- Rock-’n’-Roller der deutschen Politik. Jetzt kommt in allen Parteien die Playback- Generation“. Joschka Fischer, 68er

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