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Verkehrschaos durch Eltern

SCHULWEG

Verkehrschaos durch Eltern

Gorch-Fock-Schule 

Aufgrund der Baustelle müssen die Kinder auf die Straße ausweichen
Aufgrund der Baustelle müssen die Kinder auf die Straße ausweichen
Das leidige Thema ist nicht neu. Und dennoch immer wieder aktuell, da rücksichtslose Eltern weiterhin bis vor die Eingangstür von Schulen fahren. Halteverbotsschilder oder sogar Rügen von der Polizei helfen nur bedingt.

Wer morgens gegen 7.45 Uhr durch die Karstenstraße geht, dem bietet sich eine Verkehrssituation der besonderen Art. Große SUVs und Vans stehen vor der Gorch-Fock-Grundschule Schlange, um vor dem Eingang im absoluten Halteverbot anzuhalten. In aller Seelenruhe steigen Eltern mit ihren Kindern aus, gehen nach hinten an den Kofferraum und holen den Schulranzen. Dann wird das Kind verabschiedet. Erst danach geht es zurück ins Auto und der Verkehr geht weiter – bis zum nächsten Elternteil, das sich nicht an die Straßenverkehrsordnung hält.

Bereits vor zwei Jahren berichtete der KLÖNSCHNACK über das alltägliche Verkehrschaos vor den drei Blankeneser Schulen Gorch-Fock-Schule, Bugenhagenschule und das Gymnasium Blankenese, die sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Mittlerweile hat sich die Lage jedoch noch verschärft, da eine Baustelle in der Karstenstraße einen großen Abschnitt des Fußweges blockiert und somit die kleinen Schulwegbestreiter der Grundschule auf die Straße ausweichen müssen. Auch bei den Taxi-Eltern ist kaum Besserung in Sicht. Und das, obwohl der Elternrat und die Schulleitung der Gorch-Fock-Schule das Problem immer wieder thematisieren.

Urte Menssen ist Mitglied im Elternrat. Ihre Tochter besucht die zweite Klasse der Grundschule. „Wenn die Straße voll mit Cayennes ist, gibt es kein Durchkommen mehr.“ Die in den Elbvororten beliebten Schlachtschiffe werden vorzugsweise von Müttern gefahren, die auf Nachfrage ihr Fehlverhalten mit Sätzen wie „Ich hab’s halt eilig!“ rechtfertigen. 

„Wenn die Straße voll mit Cayennes ist, gibt es kein Durchkommen mehr.“ 
Seit acht Jahren bemüht sich der Elternrat in Verbindung mit der Schulleitung um die Kampagne „Zu Fuß ist cool“, welche die morgendliche Verkehrssituation entschärfen soll. „Es kann nicht sein, dass die Kinder zwischen den zum Teil rasenden Autos und Falschparkern über die Straße laufen müssen“, erklärt Menssen. „Es geht mit unserer Kampagne und den Elternbriefen darum, unsere Kinder auf dem Weg zur Schule zu schützen, denn mittlerweile ist es reine Glückssache geworden, ob die Kinder sicher die Straße überqueren können.“

In den Elternbriefen wird immer wieder darum gebeten, Verbotsschilder zu beachten und im Idealfall Laufgruppen mit anderen Eltern zu bilden. Diese können sich abwechseln und einen Trupp Schüler sicher zu Fuß zur Schule begleiten. Wer partout nicht auf das Auto verzichten will oder kann, soll in Zukunft weiter weg parken und das Kind den Rest des Schulweges zu Fuß bringen. Ausweichstraßen, die sich für einen kurzen Halt eignen sind beispielsweise Am Pumpenkamp oder auch die Blankeneser Bahnhofstraße. Auch ist fraglich, ob all die Schüler – gerade die älteren der umliegenden Schulen – wirklich mit dem Auto chauffiert werden müssen und den täglichen Schulweg nicht eigenständig bewältigen können.

Eine Kooperation mit der Polizeiwache vom Blomkamp soll vor der Gorch-Fock-Schule zusätzlich abschrecken. Doch Hartgesottene kümmert auch das nicht. Sie parken weiterhin im absoluten Halteverbot – selbst wenn ein Polizeibeamter daneben steht.

„Viele Elterngruppen halten sich schon an die Vorgaben, aber leider noch längst nicht alle“, sagt Urte Menssen. „Für die Schulgemeinschaft ist das rücksichtslos. Vor allem, weil die Eltern ja selbst ein Kind an der Schule haben.“

Autorin: louisa.heyder(at)kloenschnack.de

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