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Tanzen macht Hoffnung

MENSCH DES MONATS

Tanzen macht Hoffnung

Pia David, Vereinsgründerin „Dance for all e.V.“

Die Townships in Südafrika sind bekannt für Armut, Gewalt und AIDS: Der Verein „Dance for all“ kann diese Probleme nicht lösen, aber er möchte den Kindern und Jugendlichen eine Perspektive für ihre Zukunft bieten.

Profitänzerin Pia David ist Gründungsmitglied des neuen Vereins „Dance for all e.V.“ in Hamburg
Profitänzerin Pia David ist Gründungsmitglied des neuen Vereins „Dance for all e.V.“ in Hamburg
Die bekannte Profitänzerin Pia David lebt in Blankenese. Sie liebt Tanzen und Bewegung. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Tanzen eine optimale Grundlage für das Leben bietet.“

Mit dieser Einstellung hat sie die Idee, den gemeinnützigen Verein „Dance for all“ in Hamburg zu gründen, aufgenommen.

Der Verein existiert in seiner Ursprungsform bereits seit 1991 im südafrikanischen Kapstadt. Damaliger Gründer war Ballettdirektor Philip Boyd. „Er hat es sich damals zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen aus den Armenvierteln eine Perspektive zu geben.“

Er eröffnete Ballettstudios in Kapstadt, wo er kostenlose Kurse für die Kinder anbot. Dieses Konzept ist bis heute erfolgreich. Rund 2.000 Kinder und Jugendliche nehmen teil. „Neben klassischem Ballett werden auch afrikanische Volkstänze, Hip-Hop und mehr unterrichtet.“

Kinder aus dem Armenviertel schöpfen bei Dance for all mittels Tanz Kraft für ihre Zukunft
Kinder aus dem Armenviertel schöpfen bei Dance for all mittels Tanz Kraft für ihre Zukunft
In dem Verein geht es darum die Kinder schon früh abzuholen. Ab fünf Jahren dürfen sie an den Tanzkursen teilnehmen. „Das Leben in den Townships ist hart. Wir werden das zwar nicht lösen können, aber wir können versuchen, einigen von ihnen durch das Tanzen temporär eine behütete Zeit zu geben. Ihnen Spaß und Freude zu vermitteln, aber auch Disziplin, Pünktlichkeit und Durchhaltevermögen.“ Verhaltensweisen, die später als Erwachsene wichtig sind, auch wenn sie nicht beim Tanzen bleiben. David ist stolz auf die kleinen Tänzer, denn viele von ihnen nehmen strapaziöse Anreisen, die zum Teil zwei Stunden in öffentlichen Bussen dauern, auf sich, damit sie Tanzen können. Raus kommen aus ihrem Township. Pia David weiß: „Durch Ballett können sich die Kinder ausdrücken und damit schlimme Erlebnisse verarbeiten – Agressionen und Wut rauslassen.“

Dem Verein ist daran gelegen, den Teilnehmern Wertevorstellungen, aber auch Selbstvertrauen zu geben. „Wenn du den Glauben an dich selber verlierst, wirst du nie erreichen, was du dir wünscht. Es muss immer aus dem Inneren herauskommen.“ Natürlich werden nicht alle Teilnehmer Profitänzer, aber besondere Talente werden speziell gefördert. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist Noluyanda Mqulwana. Sie ist die Choreografin des Musicals „Mother Africa“, das im letzten Jahr auf Kampnagel zu sehen war. Sie stammt aus dem Township Khayelitsha in Kapstadt.

„Dance for all“ möchte weiter wachsen und noch mehr Kindern helfen, stark für die Zukunft zu werden. Deswegen ist David froh darüber, dass Ballettdirektor John Neumeier als Schirmherr gewonnen werden konnte. Gemeinsam wollen sie Tänzer aus Afrika nach Hamburg einladen. „Sie werden ihre Erlebnisse hier an die anderen Kursteilnehmer weitergeben und sie so weiter motivieren, an sich zu arbeiten.“

Der Verein finanziert, neben den Räumlichkeiten, auch die Sportkleidung, das passenden Schuhwerk und die Kostüme für die Abschlussaufführungen der Kinder. „Das Tanzen bringt Bewegung ins Leben dieser Kinder. Wir geben ihnen Hoffnung.“

Spendenkonto:
IBAN: DE66 2004 0000 0642 9757 00, BIC: COBADEFFXXX
Autorin: anna-lena.walter(at)kloenschnack.de

www.dance-for-all.org

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