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„Singen macht glücklich“ 

KLÖNSCHNACK PRIVAT

„Singen macht glücklich“ 

Hermann Meiners, Elblotse a.D. und Sänger 

Das Ehepaar Hermann und Astrid Meiners in ihrem Rissener Haus. Er war Lotse, sie ist Mutter von drei Kindern, Tochter eines Blankeneser Lotsen.
Das Ehepaar Hermann und Astrid Meiners in ihrem Rissener Haus. Er war Lotse, sie ist Mutter von drei Kindern, Tochter eines Blankeneser Lotsen.
Einst waren die See und die Elbe sein Zuhause. Heute gehört das Singen zu seinem Leben wie einst Radargeräte und Seekarten. Zum Repertoire zählen Shantys wie „Captain Kidd“ oder „South Australia“. 

Eigentlich möchte der Hausherr Werbung für den Lotsenchor machen. Doch dann kommt es etwas anders. Hermann Meiners erzählt aus seinem Leben als Seemann und Lotse. Jedes Schiff, jede Fahrzeit, jeder Dienstgrad ist auf den Tag genau in den Seefahrtsbüchern dokumentiert. Zu jedem Dampfer, jedem Fahrgebiet hat der langjährige Lotse eine Geschichte zu erzählen. Mindestens eine.

Anfangs ging es mit Kohle nach Kappeln. Der Dreimast-Schoner „Christel“ wenig später hatte gerade mal drei Mann Besatzung. Die „Fanto 18“, ein Tanker, stand unter dem Kommando eines Cap-Horniers.

Die Schiffe wurden größer, die Reisen länger. Aus dem Moses wurde ein Jungmann, ein Leichtmatrose und schließlich ein Vollmatrose. Die Reisen führten über den Atlantik, nach Seattle und New York.

Als Hermann Meiners schließlich 1978, das Steuermannspatent A5 und das Kapitänspatent A6 sowie die nötige Fahrzeit lagen hinter ihm, wollte er Lotse werden. Damals galt: „Wenn du Elblotse werden willst, musst du eine Lotsentochter heiraten.“

Der Sohn eines Emdener Geschäftsmannes, war vorher in der ganzen Welt unterwegs. Mit der „Brandenstein“ vom Norddeutschen Lloyd ging es fast bis Cap Hoorn. „Nur in Australien war ich nicht. Das war damals Hapag-Gebiet.“

Stückgutreisen führten bis Japan und Ostasien und immer wieder nach Südamerika. So entwickelte sich eine große Nähe zu Ländern wie Chile. Dorthin zog es Hermann Meiners auch auf einer langen privaten Reise.

An die Jahre auf See und auf der Elbe erinnert auch das Interieur des Hauses. An der Wand hängt neben Seestücken auch ein Oktant, ein Vorläufer des Sextanten. Die vielen Bücher zum Thema Seefahrt stehen im ersten Stock des Rissener Hauses. Die Hausbar enthält auch einen Pisco – lange bevor das chilenische und peruanische Nationalgetränke hier in Mode kam.

Doch lange vor dem Einzug in das Rissener Einfamilienhaus kommt die Geschichte des Kennenlernens der Lotsentochter. Die ist so originell, dass sie an anderer Stelle erzählt werden muss.

Erwähnt werden muss doch noch der Lotsenchor. „Denn Singen macht glücklich.“ Das sagt ein Mann, der nahezu die ganze Welt gesehen hat.

Autor: helmut.schwalbach(at)kloenschnack.de

www.hamburger-lotsenchor.de

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