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„Jede Sekunde zählt“

MENSCH DES MONATS

„Jede Sekunde zählt“

Dr. Martin Buchholz

Wird das Gehirn drei Minuten lang nicht mit Sauerstoff versorgt, erleidet ein Herzstillstand-Opfer bleibende Schäden. Durch die Herzdruckmassage wird jeder, ob Kind oder Erwachsener, zum Retter.

Der Gründer des Vereins „Ich kann Leben retten“ hier im Goßler Park, war selbst von einem Herzinfarkt betroffen
Der Gründer des Vereins „Ich kann Leben retten“ hier im Goßler Park, war selbst von einem Herzinfarkt betroffen
Der Name des Vereins ist Programm: „Ich kann Leben retten“. Initiator und Gründer Dr. Martin Buchholz, weiß aus eigener Erfahrung, worauf es beim Herzstillstand ankommt. Gesundes Leben und regelmäßiger Sport bewahrten den langjährigen Arzt nicht vor einem Herzinfarkt. „Es kann jeden treffen“, so Dr.

Buchholz nach überstandenem Infarkt. Die meisten Herzinfarkte passierten im privaten Umfeld, so der Vereinsgründer. „In 80 von 100 Fällen ist ein Verwandter, Freund oder andere Person in der Nähe. Nun genügt es nicht, in der Nähe zu sein. Wer Gesundheit und Leben retten will, muss sich mit der Herzdruckmassage auskennen. „Jeder kann zum Lebensretter werden. Und es ist kinderleicht“, so das Credo der Vereinsmitglieder.

Europaweit gültige Nummer: 112

Tatsächlich können schon Kinder im Vorschulalter zu Lebensrettern ausgebildet werden. Denn beim Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff nimmt das Gehirn Schaden, nach acht Minuten sind die Schäden irreparabel.

50.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich ein akutes Herz-Kreislauf-Versagen außerhalb eines Krankenhauses. Bis der Notarzt eintrifft, ist die Hilfe eines Laien unabdingbar. Dabei ist ein Beatmen heute nicht mehr angesagt. Als erstes muss über die europaweit gültige SOS-Nummer 112 ein Notarzt gerufen werden. Dann muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden: 120 Mal pro Minute ohne Pause, ohne Beatmung. „Dann kann der Notarzt das Opfer wieder ins Leben zurückholen“, so Dr. Buchholz. Fehlt die Soforthilfe, sinkt die Überlebenschance drastisch. Weniger als 15 Prozent der Deutschen wissen laut Verein „Ich kann Leben retten“, was in einer lebensbedrohlichen Notfallsituation zu tun ist.

Für Dr. Buchholz und seine Mitstreiter gibt es also noch viel zu tun. Denn im Gegensatz zu skandinavischen Ländern wie Dänemark, gehört das Notfallwissen hierzulande längst noch nicht zum Alltag. In Dänemark, so weiß Dr. Buchholz, „finden seit 2005 Kurse in Kindergärten und Schulen statt. Zugleich gibt es eine gezielte Laienausbildung in Unternehmen“.

Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, 10.000 Menschen jährlich das Leben zu retten. Vorbild hierbei ist wieder Dänemark: 70 Prozent der Bevölkerung weiß, was im Notfall zu tun ist. Die Anzahl der Überlebenden hat sich laut Verein seit den Schulungen fast vervierfacht. Für Dr. Buchholz und seinen Verein ist das beispielhaft: „Das sehen wir für uns und alle Partner aus der Notfall- und Rettungsmedizin als Vorbild und mittelfristiges Ziel“.

Autor: helmut.schwalbach(at)kloenschnack.de

www.ich-kann-leben-retten.de

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