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Freundschaft zwischen Jung und Alt

MENSCH DES MONATS

Freundschaft zwischen Jung und Alt

Paula Goncalves, Auszubildende

Zahlreiche ältere Menschen verbringen ihren Alltag allein. Der Verein Freunde alter Menschen e.V. setzt sich gegen Isolation und Vereinsamung ein. Paula Goncalves ist einer dieser Freunde.

Die 24-Jährige freut sich über den Kontakt zu Senioren
Die 24-Jährige freut sich über den Kontakt zu Senioren
Auch wenn ein Pflegedienst die notwendige Versorgung übernimmt, leben immer mehr alte Menschen in sozialer Isolation. Menschliche Nähe, Zuwendung, Freundschaft und Zeit sind Dinge, die Paula Goncalves gerne an Senioren schenkt. Sie ist eine von rund 200 Hamburger Besuchspartnern des Vereins Freunde alter Menschen e.V., die ehrenamtlich Hochbetagte besuchen und etwas mit ihnen unternehmen. Der gemeinnützige Verein wurde 1946 in Frankreich gegründet und hat seit 2014 auch einen Sitz in Hamburg.

„Schon im Alter von vierzehn Jahren war ich ehrenamtlich aktiv“, erzählt Goncalves. „Das wollte ich wieder machen und habe im Internet den Verein gefunden.“ Nun besucht sie ihre 89-jährige Nachbarin in regelmäßigen Abständen und geht mit ihr essen, spazieren, einkaufen oder unterhält sich mit ihr. „Ältere Personen haben schon so viel in ihrem Leben gemacht und erlebt. Sie haben deshalb viel zu erzählen und brauchen Kontakt und Abwechslung. Ich könnte die Zeit auch nutzen, um mich mit einer Freundin zu treffen, aber ich habe so viel Freude dabei, dass ich auch etwas Gutes und Schönes für mich selbst tue.“

„Schon ein Anruf bei der eigenen Großmutter kann gegen Einsamkeit im Alter helfen.“

Wichtig für das Projekt des Vereins sind kontinuierliche Besuche, da eine enge Beziehung und Vertrauen aufgebaut werden sollen. Um eine möglichst flächendeckende Organisation zu ermöglichen, gibt es in den unterschiedlichen Stadtteilen eigene Teams, sodass sich idealerweise mindestens zwei Besuchspartner um eine ältere Person kümmern.

Die einsamen Senioren in der Stadt machen Paula Goncalves traurig. Das Problem wird mit dem demografischen Wandel ihrer Meinung nach in Zukunft noch weiter zunehmen. Umso wichtiger sei der Kontakt zwischen Jung und Alt. Schon kleine Schritte könnten viel bewirken. „Es muss nicht gleich eine fremde Person sein, um die man sich kümmert. Schon ein Anruf bei der eigenen Großmutter kann gegen Einsamkeit im Alter helfen.“

Regelmäßig veranstaltet der Verein zudem Ausflüge, Bingo-Abende und Treffen für Senioren aus ganz Hamburg bis nach Wedel. Auch in der Adventszeit und zu Weihnachten soll niemand allein bleiben, weshalb am 24. Dezember ein gemeinsames Fest gefeiert wird.

Autorin: louisa.heyder(at)kloenschnack.de

www.famev.de

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