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„Trümmer einer Beziehung“

BEMERKENSWERTES 

„Trümmer einer Beziehung“

Aus dem Amtsgericht  

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Selbst schlimme Vorkommnisse sind nicht immer strafrechtlich relevant

FOTO: © STAUKE-FOTOLIA.COM
Wird ein Übeltäter in Handfesseln von mehreren Justizangestellten in den Gerichtssaal geführt, können Zuhörer davon ausgehen, dass eine Haftstrafe droht. Benötigt die Staatsanwältin zudem fast zehn Minuten, die Anklagepunkte zu verlesen, ist schnell klar, dass der Prozess länger dauern kann. Angeklagt sind an diesem Morgen: unerlaubter Waffenbesitz, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Wohnungseinbruch. Nur wenig davon, soviel vorweg, lässt sich beweisen. Der 26-jährige Angeklagte Tim Holzer* macht einen gepflegten Eindruck. Das Haar ist millimeterkurz rasiert, den Hipsterbart kombiniert der junge Mann mit einer weißen Hose und knallroten Turnschuhen. Wo er anfangen solle, fragt der Angeklagte, als der Richter wissen will, ob Holzer zu den Vorwürfen etwas sagen möchte. Gemäß Strafprozessordnung sind Angeklagte dazu nicht verpflichtet.

„Fangen Sie mit dem Anfang an“, so der Richter, zu Beginn des Verfahrens nur mäßig gut gelaunt. So erzählt der junge Mann aus seinem Leben, dass weder schulisch noch beruflich Erfreuliches bietet. Immerhin soll es ein Abgangszeugnis von einer Schule geben. Die Beziehung zu einer 25-jährigen Frau führte zu zwei Kindern. Die beiden Zwei- und Sechsjährigen leben bei der Mutter. „Mir waren immer nur die Kinder wichtig“, erklärt der Angeklagte den Hintergrund der ständigen Streitereien mit der ehemaligen Partnerin.

Laut Anklage hat Holzer die junge Mutter geschlagen, ihren Vater bedroht und die Windschutzscheibe dessen Autos mit einer Hantelscheibe zertrümmert.

Ein Schlag auf den Kopf, aggressives Auftreten, Drogenkonsum, Beschimpfungen – die Verteidigerin spricht im Laufe des Verfahrens von den „Trümmern einer Beziehung“. Was davon ist strafrechtlich relevant? Naturgemäß gehen hier die Meinungen auseinander.

Für die Staatsanwältin steht fest, dass der Prozessverlauf, in dem ein Polizeibeamter, das mutmaßliche Opfer und ihr Vater gehört werden, alle Anklagepunkte bestätigt hat. Dazu gehören auch das Einsteigen in die Wohnung der jungen Mutter wie der unerlaubte Besitz eines „Totschlägers“ und gefährlicher Messer. Die Strafe für alle einzelnen Taten summiert die Anklägerin zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und neun Monaten Haft. Die allerdings noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Die Verteidigerin hingegen betrachtet eine Geldstrafe als ausreichende Buße für ihren Mandanten.

Der Richter sieht das ganz ähnlich. Und verurteilt Holzer zu einer Geldbuße in Höhe von 1.500 Euro. Bei Beziehungstaten müsse man besonders vorsichtig sein. „Klären Sie das Umgangsrecht.“ Angesichts „nicht sehr differenziert strukturierter“ Persönlichkeiten sehe er sonst weitere Probleme.

* Name geändert

SPENDE
Jenisch-Gymnasium hilft Kinderhospiz

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Schüler des Jenisch-Gymnasiums überreichen den Scheck an die „Sternenbrücke“
Eine Gruppe von Schülern des Jenisch-Gymnasiums übergab kürzlich einen symbolischen Scheck in Höhe von 2.600 Euro an Christiane Schüddekopf, Pressesprecherin des Kinderhospizes „Sternenbrücke“. Das „Jenisch“ spendet jedes Jahr Überschüsse aus diversen Veranstaltungen für soziale Einrichtungen, wobei das Kinderhospiz im Hamburger Westen jedes Mal bedacht wird. Dieses Jahr konnten sich Schüler ein eigenes Bild vom Hospiz machen und besuchten das Haus und den Garten der Erinnerung für verstorbene Kinder.

HISTORISCHES BLANKENESE
Wachwechsel im Förderkreis

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Meike und Ronald Holst, Ingrid Plank
Auf der Mitgliederversammlung des Förderkreises Historisches Blankenese e. V. gab es im März bei den Vorstandswahlen einen Generationenwechsel: Ronald Holst (Vorsitz) und Ingrid Plank (Finanzen) stellten sich nach 18 Jahren Vorstandstätigkeit nicht mehr zur Wahl. Als Nachfolger wurden Dr. Jan Kurz als Vorsitzender und Kirsten Schade gewählt. In einem Festakt würdigte Frank van Alen als altes und neues Vorstandsmitglied die Leistungen von Ronald Holst, Maike Holst (als kooptiertes Vorstandsmitglied und treibende Kraft im Hintergrund) und Ingrid Plank. Alle drei hatten schon maßgeblich an der Planung und Durchführung für die 700-Jahrfeier Blankenese vom 29. Juni bis 8. Juli 2001 mitgewirkt, noch im von Helmut Plank und Klaus Schümann 1999 initiierten „Förderkreis 700 Jahre Blankenese“. Das damalige Programm mit Strandfest, Tuckerbootballett, NDR Hafenkonzert, Ball der Blankeneser in der Führungsakademie und anderen Programmpunkten ist bis heute unvergessen. Nach der Umsetzung haben die drei die Ausrichtung des Förderkreises verändert und ihn im Verlauf der nachfolgenden 15 Jahre seine heutige historisch orientierte Prägung verliehen. Dabei wurden unter anderem der History Day etabliert, im Fischerhaus ein Museum gegründet und dafür unzählige Sammlerstücke zusammengetragen, das Fischerhaus als Altentagesstätte ausgebaut, Infotafeln in Blankenese aufgestellt und zahlreiche historische Abhandlungen zu Blankeneser Themen mit begleitenden Ausstellungen herausgegeben. Die Versammlung dankte dafür allen dreien mit Standing Ovations und der einstimmigen Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

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