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„Teure Busfahrten“

BEMERKENSWERTES 

„Teure Busfahrten“

Aus dem Amtsgericht  

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Das Strafgesetzbuch hält für alle Delikte ganz unterschiedliche Strafmaße bereit

FOTO: ©STAUKE-FOTOLIA.COM
Zur blauen Latzhose, der signalroten Arbeitsjacke trägt der Angeklagte im Gesicht Spuren des Lebens. Eines anstrengenden Lebens, mit häufigeren Stationen in Gerichten.

Heute muss sich Holger Heigert* wegen Schwarzfahrens verantworten. Juristen nennen das „Beförderungserschleichung“. Ein Straftatbestand, für den der Gesetzgeber eine Geld- bis hin zu einer Haftstrafe vorgesehen hat. Gleich drei Mal wurde Heigert im Herbst vergangenen Jahres mal im Bus, mal in der S-Bahn ohne Fahrschein angetroffen. Als Grund gibt der 50-jährige Mann Geldmangel an. „Normalerweise kaufe ich eine Fahrkarte, doch wenn ich vor dem Geldspielautomaten gesessen habe, wird das manchmal schwierig“, so der Angeklagte. Auf Ausflüchte verzichtet Heigert ebenso wie er auf ein weißes Hemd oder Sakko verzichtet hat. Eine gewisse Gerichtsroutine bringt er ebenso mit wie die Richterin.

„Schwarzfahren ist ein Massendelikt“

Die erspart es den Zuhörern, die gesamten Vorstrafen vorzulesen. Möglicherweise hätte das länger gedauert als das gesamte Verfahren. Das Gericht kommt ohne Zeugen, ohne Verteidiger oder Sachverständigen aus. Die Jugendstrafen seien über 30 Jahre her, so die Richterin, und beginnt mit den Vorstrafen vom Jahr 1990 an. Diebstahl, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hausfriedensbruch, Körperverletzung und immer wieder auch Schwarzfahren führten Heigert immer wieder auf den Anklagestuhl. Von den Drogen sei er durch eine Therapie weggekommen, so der Mann, der seit mehreren Jahren für eine Zeitarbeitsfirma im Einsatz ist. Seine derzeitige Arbeit gibt er mit Verzinker an.

„Die Drogen sind seit 2014 kein Thema mehr“, versichert der Angeklagte. Doch das Spielen sei noch schlimmer als die Drogen. Ob die Spielsucht Grund für das Schwarzfahren war, bleibt unklar. Die Anklagevertreterin sagt: „Schwarzfahren ist ein Massendelikt.“ Angesichts der vielen Vorstrafen hält sie eine Geldstrafe von 1.800 Euro für angemessen. Die Richterin ist eine Spur milder gestimmt und verurteilt den 50-Jährigen zu einer Geldbuße von 1.500 Euro. „Das waren teure Busfahrten“, so die Richterin zum Abschied. Der frisch Verurteilte bestätigt das, bedankt sich und verspricht, zukünftig eine Tageskarte zu lösen. „Ich will ganz bestimmt nicht wieder hier sitzen.“

* Name geändert

Wu WeiSchule für Tai Chi und Qi Gong

BRAINWALKING
Erlebnisspaziergang im Jenischpark

Bei einem Spaziergang im Jenischpark werden die Sinne geweckt und der Kopf aktiviert, denn Tasten, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen machen den Brainwalk zum Erlebnis.

Stefanie Probst ist lizensierte Trainerin der Gesellschaft für Gehirntraining und hat das Brainwalking konzipiert. Da die geistige Fitness in Bewegung um 20 Prozent höher ist als im Ruhezustand, eignet sich der Spaziergang an der frischen Luft besonders gut, um kleine Denksportaufgaben für die logische und kreative Gehirnhälfte zu lösen und den Kopf wach und rege zu halten.

Anmeldung unter Telefon 27 80 75 97.

So., 7. Mai, 11 Uhr, S-Bahn Klein Flottbek, Ausgang Elbe

Altenheimstiftung Flottbek-Nienstedten

EHRUNG
Ein Staffelholz für die Gemeindearbeit

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Bärbel Kolozei mit Gemeindemitgliedern beim mittwöchlichen Kaffee-Treffen

Bärbel Kolozei, die gute Seele der evangelischen Kirchengemeinde Blankenese, erhielt am 12. April im Rahmen der Kampagne „Mit Dir geht mehr!“ als Ehrung für ihr jahrzehntelanges Engagement ein hölzernes Staffelholz. Die Hamburger Engagement- Kampagne zeichnet Ehrenamtliche aus, die sich in den Bereichen Migrations- und Flüchtlingsarbeit, Jugendliche, Senioren, Menschen mit Behinderungen und Erwerbslose einsetzen. Dafür wurden im März sechs Staffelhölzer überreicht, welche nun an sechs weitere Ehrenamtliche übergeben wurden. Bärbel Kolozei bekam ihr Staffelholz von Inge Hansen, der Vorsitzenden vom Hirschparkverein und wird es in sechs Wochen ebenfalls weiterreichen. 

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Bärbel Kolozei und Inge Hansen
Kolozei ist seit 1993 ehrenamtlich in der Kirchengemeinde Blankenese tätig und rief unter anderem die Kleiderkammer ins Leben. Seit 1996 hat sie ihr Engagement weiter ausgebaut und für das „MitDach-Essen“ gekocht, zu dem zwischen 50 und 70 Personen pro Monat erschienen. 2011 organisierte sie erstmals einen gemütlichen Nachmittag für Senioren, der mittlerweile jeden Mittwoch stattfindet. Bei Kaffee und Kuchen feierte die Gemeinde auch am 12. April die Ehrung von Frau Kolozei und stieß – passend zu Ostern – mit Eierlikör an.

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