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Eine 97-jährige Frau bestohlen?

BEMERKENSWERTES 

Aus dem Amtsgericht
Eine 97-jährige Frau bestohlen?

FOTO: ©STAUKE-FOTOLIA.COM
FOTO: ©STAUKE-FOTOLIA.COM
Der knöchellange Rock, die wenig eleganten Stiefel, ein dunkelgrüner Parker, den die Angeklagte auch im Gerichtssaal anbehält, legen den Verdacht nahe, dass die Frau nicht aus Blankenese kommt. Sie sei 1960 in Sarajewo geboren worden. Zum Vorwurf möchte sie sich nicht äußern, so die Angeklagte, die eine Verteidigerin an ihrer Seite hat.

Laut Anklage soll die Frau im zurückliegenden September einer 97-jährigen Frau im Einkaufszentrum des Osdorfer Borns einen Umschlag mit 75 Euro Inhalt gestohlen haben.

Als Zeuge wird der Stadtteilpolizist gehört, der die Anzeige der alten Dame aufgenommen und entsprechende Videoaufnahmen betrachtet hatte. „Wenn man drei Jahre da ist, weiß man, wer da rumläuft“, so der Polizeibeamte. Er habe ein Video angesehen und so die mutmaßliche Täterin einen Tag später ermittelt. „Das Markante ist der lange Rock.“

Der Polizist gibt am Rande seiner Aussage einen kleinen Einblick in die Lebensbedingungen am Osdorfer Born. „Es gibt 70 verschiedene Nationen, darunter 200 Roma- und Sintifamilien.“

Der Stadtteilpolizist des Osdorfer Borns sagt: „Man weiß, wer da so rumläuft.“

Nach dieser Information erstaunt es weniger, dass die Angeklagte angibt, verwitwet und Mutter von neun Kindern zu sein. Sieben Kinder leben noch bei der Mutter, so die Aussage. Seit 20 Jahren lebt die vielfache Mutter unter dem Status der Duldung in Deutschland.

Die Aufklärung des Falles wird dadurch erschwert, dass das mutmaßliche Opfer inzwischen gestorben ist. So bleibt einzig der Polizeibeamte als Zeuge, um die Anklage zu stützen. Der Anklagevertreter sieht in seinem Plädoyer den Vorwurf des Diebstahls aufgrund der Videoaufnahmen und der Aussage des Beamten bestätigt. „Die Angeklagte hat mehr Geld erhofft“. Der Jurist spricht von einer „hohen kriminellen Energie“. Eine Tat, die bestraft werden müsse. So beantragt er eine achtmonatige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll.

Die Verteidigerin hingegen spricht von einer „Tat der untersten Schublade“ und beantragt einen Freispruch. Es sei nicht erwiesen, dass ihre Mandantin, die Täterin sei.

Der Richter sieht das ähnlich und spricht die Angeklagte frei. Auf dem Video könne man zudem den Diebstahl nicht sehen. Die Tat liege nahe, es habe einen Körperkontakt der beiden Frauen gegeben. Doch die Wahrscheinlichkeit reiche für eine Verurteilung nicht aus.

Deshalb gilt auch in diesem Fall: „Im Zweifel für den Angeklagten.“ HS

CHARITY
Gute Nacht der Benita Quadflieg Stiftung

Heike Gerber, Bettina Pistorius, Sandra Quadflieg, Nicola Labatz, Stefanie Tapella, Katja Junge und Friederike Langmaak organisierten den Abend FOTO: JAN-RASMUS LIPPELS
Heike Gerber, Bettina Pistorius, Sandra Quadflieg, Nicola Labatz, Stefanie Tapella, Katja Junge und Friederike Langmaak organisierten den Abend FOTO: JAN-RASMUS LIPPELS
Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Benita Quadflieg Stiftung im Februar ihre Gute Nacht in der Villa im Heinepark. Bei der Wohltätigkeitsveranstaltung feierten 190 Gäste in feinster Garderobe und bei Flying Dinner bis in die frühen Morgenstunden. Zur musikalischen Begleitung spielte zunächst das Café Royal Salonorchester. DJ F.O. lockte später auf die Tanzfläche.

Gespendet wurde natürlich auch: Durch den Eintrittspreis und eine Tombola kamen 10.000 Euro für das Kinderhaus Mignon zusammen. Zum Dank gab es in der Tombola acht gesponserte Preise zu gewinnen, darunter zwei Nächte in einer Suite des Fünf-Sterne- Hotels The Cartoon Experience in Berlin sowie eine Skulptur von Ragna Reusch.

Speed Illustratorin Mareikje Vogeler fertigte zum Andenken Zeichnungen der Gäste an.

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AUSSTELLUNG
Globalisierung bei Nutzpflanzen

Nutzpflanze Schlafmohn FOTO: UTE C. BAUER
Nutzpflanze Schlafmohn FOTO: UTE C. BAUER
Das Loki Schmidt Haus – das Museum für Nutzpflanzen der Universität Hamburg – in Klein Flottbek eröffnet am 1. März die Sonderausstellung: „Neu ist nur das Wort – Globalisierungen bei Nutzpflanzen von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit“. Seit der Vorgeschichte lassen sich fünf Zeiträume benennen, in denen das Kulturpflanzeninventar innerhalb der damaligen Welt erstaunlich gleichartig war: Welche Nahrungs- und Genussmittel, Heilpflanzen oder Färbemittel prägten Geschmack und Kultur der Menschen in der Steinzeit und der Bronzezeit? Wie führten militärische Logistik in der Römerzeit, bäuerliche Wirtschaft im Mittelalter und der Fernhandel in der Neuzeit zu einer Vereinheitlichung genutzter Pflanzen?

Loki Schmidt Haus, Ohnhorststr. 18, Kl. Flottbek
 Ausstellung: 1. März bis 28. Oktober, Eintritt frei

MUSIK
„Boom Drives Crazy“

Wedel rockt
Wedel rockt
In der Highlight Sportsbar findet ein Wiederholungskonzert statt: „Boom Drives Crazy“ spielen Rock, Soul und Pop der 50er und 60er. Die vier Musiker machen den Sound dieser Epoche mit großem Können und viel Spaß wieder erlebbar. Im Repertoire haben sie Songs von Elvis Presley, Roy Orbison, Dean Martin, The Beatles, Ray Charles und viele andere.

Tickets für 16 Euro, Mitglieder 15 Euro.

So., 18. März, 20 Uhr, Bekstraße 22, Wedel

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