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„Die Elbe ist kein Planschbecken“

BEMERKENSWERTES 

SOMMER AM UFER
„Die Elbe ist kein Planschbecken“

Tatjana Goralsky am Wittenbergener Ufer, wo sie Menschen vor dem Ertrinken rettete
Tatjana Goralsky am Wittenbergener Ufer, wo sie Menschen vor dem Ertrinken rettete
In einer Zeit, in der Menschen Banalitäten wie den Verzehr einer Bratwurst ins Netz stellen, gehen bemerkenswerte Taten schnell mal unter. Ums Untergehen in der Elbe ging es kürzlich auch am Wittenbergener Ufer. Die ehemalige Fotojournalistin und heutige Heilpraktikerin aus Blankenese, Tatjana Goralsky, saß mit einem Freund am Wittenbergener Ufer. „Auf Höhe der Stacke gab es Unruhe, ich wurde aufmerksam, bin gleich aufgestanden und habe gesehen, dass zwei Jungen im Wasser um ihr Leben kämpften“, so die junge Frau. Einer der Jungens wurde von einem zur Hilfe eilenden Mann ans Ufer gezogen. Beim zweiten verließen ihn die Kräfte“.

Tatjana Goralsky zog sich bis auf die Unterwäsche aus und eilte zur Hilfe. Wenig später kamen zwei Rettungswagen und ein Hubschrauber. Mit ihrer nassen Unterwäsche am Körper verließ die so mutige wie zurückhaltende 46-jährige Blankeneserin den Ort des Geschehens. Vor allem gehe es ihr darum, so Tatjana Goralsky, auf die Gefahr beim Baden in der Elbe aufmerksam zu machen. „Die Elbe ist kein Planschbecken. Ich würde meine Kinder hier nicht Schwimmen lassen.“ HS

BADEN
Größte Gefahr durch Schiffsverkehr

Warnung am Elbufer
Warnung am Elbufer
Wenn die Sonne scheint, das Wasser warm ist, tummeln sich planschende Kinder in der Elbe. Wie gefährlich ist der Badespaß? Vom Baden raten die Experten ab. Insbesondere nach starken Regenfällen, wenn die Siele überlaufen, können die Grenzwerte für Bakterien nach wie vor überschritten werden.

Die größte Gefahr beim Baden in der Elbe geht jedoch von der starken Strömung, den Auswirkungen des Schiffsverkehrs und der mangelnden Sichttiefe aus. So beträgt die Strömungsgeschwindigkeit beim Einsetzen der Flut rund 4,5 Kilometer pro Stunde, das entspricht mehr als einem Meter in der Sekunde. Zudem überspült immer wieder der Schwell vorbeifahrender Schiffe die Elbstrände. Der meist nicht sichtbare Sog kann Badende, gerade Kinder, leicht zur Strömung in der Fahrrinne ziehen. Da die Sichtweite unter Wasser nur rund einen Meter beträgt, sind Untiefen schlecht zu erkennen. Such- und Rettungsmaßnahmen könnten bei Notfällen sehr erschwert werden.

www.hamburg.de/elbe-kein-badegewaesser

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